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Der Parcours als Kunstwerk im Schaufenster.

Höchst

Kreativ gegen Leerstand

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Am Wochenende läuft die 14. Auflage des Designparcours.

Der Einsatz lohnt sich. Seit sieben Jahren gibt es den Designparcours. Zweimal im Jahr beziehen alle möglichen Designer, Fotografen, Modeschöpfer für ein Wochenende leer stehende Räume im Stadtteil und präsentieren ihre Künste. Eine richtige Szene ist dadurch entstanden. Erstmals sind am kommenden Wochenende mehr Höchster Ateliers vertreten als Gäste, die vorübergehend ausstellen, sagt Jürgen Schmitt von der NH Projekt-Stadt der Nassauischen Heimstätte.

Die hat das Projekt einst ins Leben gerufen, als Trägerin des städtischen Quartiersmanagement. Mit im Desingparcour-Boot sitzen das Stadtplanungsamt, die Wirtschaftsförderung und die Leerstandsagentur Radar. Zwei Ziele verfolgt der Parcours: Junge Labels auf dem Sprung in die Selbständigkeit unterstützen. Und leere Ladenflächen und damit die Innenstadt wenigstens temporär zu beleben. Beides klappt ganz gut.

Tatsächlich ziehen die jungen Kreativen sogar in den leeren Läden ein. Etwa in die alten Lagerräume im Hinterhof der Kranengasse. Ohne den Designparcours wären die nicht so gut zu vermarkten gewesen, glaubt Schmitt. Den Kreativen hat es dort aber gefallen. „Da könnte man doch was draus machen“, haben sie erst gesagt, dann getan.

„Viele haben noch keine festen Standort, vermarkten sich im Internet, besuchen Messen und Ausstellungen“, sagt Schmitt. Sie sind in Existenzgründung oder nebenberuflich aktiv. In Höchst finden sie eine interessante Atmosphäre vor, sagt Schmitt. „Ja, das Klima ist ein bisschen rauer als im Nordend oder Bornheim, aber sehr spannend.“ International ist der Stadtteil und sehr gemischt, kulturell, sozial.

Beim Parcours profitieren die Aussteller vom gleichzeitig stattfindenden Schlossfest, beziehungsweise des dazu gehörenden Altstadtfests der Vereine. „Das hat seinen ganz eigenen Charakter“, sagt Schmitt. Nicht kommerzielle Anbieter stellen das Fest zusammen, die Vereine machen alles selbst. Auch den Kunstmarkt am Mainufer als weiteren Anziehungspunkt für alle, die an schönen Dingen interessiert sind. Entsprechend läuft die Modenschau des Designparcours in diesem Jahr beim Höchster Oldtimertreffen am Sonntag am Mainufer, das ebenfalls Teil des Schlossfests ist.

Auf die zunehmende Professionalisierung des Designparcours haben die Organisatoren mit einem Designpreis reagiert. Zum dritten Mal vergibt nun eine unabhängige Jury die Auszeichnung für die drei besten Designstücke des Wochenendes. Mike Josef, Frankfurts Planungsdezernent und außerdem Höchster, überreicht die Auszeichnung am Samstag Abend.

Mehr Info zu Orten und Ausstellern im Netz unter: www.designparcours.de

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