Sven Junghans (im Vordergrund) und Fritz Flohr haben während ihres Lebens mehr Zeit auf dem Wasser verbracht als an Land. Beide betreiben die Mainfähre „Walter Kolb“ bei Höchst.
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Sven Junghans (im Vordergrund) und Fritz Flohr haben während ihres Lebens mehr Zeit auf dem Wasser verbracht als an Land. Beide betreiben die Mainfähre „Walter Kolb“ bei Höchst.

Höchst

Fähre retten

Unlängst hat Fährmann Sven Junghans um Spenden für den Erhalt der Höchster Mainfähre gebeten. Mit Erfolg. Die Leute spenden. Jetzt schaltet sich der Ortsbeirat ein. Er fordert die Stadt auf, die Fähre am Leben zu erhalten.

Weniger reguläre Fahrgäste, viele ausgefallene Sonderfahrten: Fährmann Sven Junghans hat unlängst SOS gefunkt und um Spenden für den Erhalt der Höchster Mainfähre gebeten. Während man über den Facebook-Auftritt der Fähre auf die Seite einer Crowdfunding-Möglichkeit kommt, hat Waltraud Beck aus Höchst für alle, die nicht in der digitalen Welt unterwegs sind, Sparschweine in inhabergeführten Geschäften an der Hostatostraße aufgestellt.

Bei einem ersten Überschlag der Spenden hat sie aus den Wutzen bei Tabak+Presse-Krämer, der Buchhandlung Bärsch und Blumen Wesemeyer und bei der Senioren-Initiative Höchst schon etwa 400 Euro gesammelt; die Sparschweine bei Orthopädie-Bauer und bei „Käse-Petra“ in der Höchster Markthalle müssen noch geleert werden. Waltraud Beck macht weiter: „Die Lage wird sich im nächsten Jahr sicher nicht besser.“ Es könne aber nicht Aufgabe der Bürgerschaft sein, die Fähre am Leben zu erhalten. „Die Stadt muss stärker einsteigen; eventuell gibt es ja Mittel aus dem Topf ,Schöneres Höchst‘ “, sagt die freiwillige Sammlerin.

Der Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) hat in seiner Sitzung am Dienstagabend im Saalbau Nied einen gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, Grünen und Linken auf den Weg gebracht, mit dem die Stadtteilparlamentarier den Magistrat auffordern, den städtischen Zuschuss zur Höchster Fähre zu erhöhen. Fährmann Sven Junghans hat die Fähre „Walter Kolb“ samt Fährregal, also dem zugehörigen Betriebsrecht, von der Stadt gepachtet. Die Ortsbeiräte argumentieren in ihrem Antrag, „dass der Zuschuss in der derzeitigen Höhe mittelfristig für den stabilen Weiterbetrieb nicht auskömmlich ist“. Sie sehen es ähnlich wie Waltraud Beck, die es ganz grundsätzlich formuliert: „Höchst ohne die Fähre hieße, ein Stück Kultur vernichten.“

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