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So sah es vor Corona bei „Kultur unterm Dach“ aus. Doch so wird es wohl nie wieder sein.
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So sah es vor Corona bei „Kultur unterm Dach“ aus. Doch so wird es wohl nie wieder sein.

Höchst

Höchst: Abschied nach 27 Jahren

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Die Konzertreihe „Kultur unterm Dach“ muss aufhören – auch, aber nicht nur wegen Corona.

Frankfurt am Main - Selbst übers Telefon ist zu hören, mit welcher Leidenschaft Andrea Preusche-Glebocki die Konzerte der Reihe „Kultur unterm Dach“ organisiert hat. Umso schwerer ist es für die künstlerische Leiterin der Veranstaltungen, dass es diese wohl nie mehr geben wird. Nach 27 Jahren wurde das Ende verkündet.

„Wir müssen Abschied nehmen von einer großartigen und erfolgreichen Idee, für die wir mit viel Freude und Energie im Ehrenamt gearbeitet haben“ – so steht es in einem Brief, der sich an die zahlreichen Gäste richtet, die im Laufe der vergangenen fast drei Jahrzehnte die Konzerte in Frankfurt besucht haben.

Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen.

Doch das letzte Konzert liegt bereits einige Zeit zurück, es fand im März 2020 statt. Dieser Zeitpunkt legt nahe, was einer der Gründe für das Ende ist: die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen. Es liegt Andrea Preusche-Glebocki fern, diese zu kritisieren. „In der aktuellen Zeit muss man das Gemeinwohl über persönliche Interessen stellen.“ Aber an Konzerte war nicht mehr zu denken.

Denn diese „hatten immer ein Grundprinzip: Nähe“, so die Pensionärin, die auch in ihrer Heimat im Rheingau Konzerte organisiert. Es sei immer wichtig gewesen, dass die Künstler oder Künstlerinnen mit dem Publikum ins Gespräch kommen, dass man bei einem Glas Wein oder Gebäck zusammensteht, dass „die Gäste hinterher die Stühle stapeln“. Alles unter Corona-Maßnahmen nicht möglich. „Wir haben es daher gar nicht erst probiert.“

Auch finanziell wäre es nicht gegangen, denn die Reihe lebte ausschließlich von Spenden. Alle mussten immer nur so viel zahlen, wie sie wollten oder konnten. „Bei einer Reduzierung der Zuschauerzahl hätte sich das nicht mehr gelohnt.“

Und dann hatte ihr langjähriger Mitstreiter Thomas Walter, der vor Ort für die technische Umsetzung zuständig war und dessen Familie ebenfalls aktiv eingebunden war, wegen beruflicher Aufgaben seine ehrenamtlichen Tätigkeiten niedergelegt.

Andrea Preusche-Glebocki in ihrer Heimat im Rheingau.

So hat das Organisationsteam, zu dem auch noch Cora und Wolfgang Bay, Ursula Pfeiffer, Ursula Schruff und Walters Frau Astrid gehörten, den Schlussstrich gezogen.

„Kultur für alle“ war der Plan

Den Schlussstrich unter etwas, das mit einer kleinen Idee anfing. „Wir wollten eine Art Gegenkultur schaffen“, erinnert sich Preusche-Glebocki, die 1994 noch Schulleiterin der Albrecht-Dürer-Schule in Sossenheim war. Gemeinsam mit ihrem Mann Hans Glebocki, der vor vier Jahren gestorben ist, und der damaligen Schulsekretärin Doris Eckert wollte sie ein Angebot schaffen, das viele Leute anspricht. „Kultur für alle“ nennt sie es noch heute.

Und so gaben sich Musiker und Musikerinnen aus der ganzen Welt und aus verschiedensten Genres die Klinke in die Hand. Bis zum April 2008 immer im Musikraum der Sossenheimer Schule, dann stand das 100. Konzert auf dem Programm. Für Preusche-Glebocki war das noch immer das beste Konzert, eines, bei dem nicht nur bei ihr Tränen geflossen sind. Denn es sollte das letzte Konzert sein. Doch dann stand ein Besucher, der erstmals da war, auf und bot einen anderen Ort an, die alte Schlosserei in Höchst. Sie wurde zur neuen Heimat – bis jetzt.

Sollte nun noch einmal so ein Angebot eintreffen und es die allgemeine Situation ermöglichen, wieder Konzerte zu organisieren – Andrea Preusche-Glebocki würde nicht nein sagen. Zu groß ist einfach ihre Leidenschaft für Musik. (Fabian Böker)

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