Abgesagt: das Höchster Schlossfest, hier das Altstadtfest der Vereine.
+
Abgesagt: das Höchster Schlossfest, hier das Altstadtfest der Vereine.

Frankfurt-West

Corona-Hilfe für Vereine im Frankfurter Westen

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

Der Ortsbeirat 6 plant mit Spendenaktion Schritt in die Normalität. Das Gremium möchte die Corona-Pause hinter sich lassen und am 12. Mai wieder tagen.

Langsam wird es der Ortsvorsteherin unheimlich. „Die März-Sitzung haben wir abgesagt, für April gar nicht erst eingeladen“, sagt Susanne Serke (CDU) und seufzt. Keine Frage, da staut sich einiges an unerledigten Sachen an im Frankfurter Westen. Immerhin ist der Ortsbeirat 6 für 130 000 Menschen zuständig, in neun Stadtteilen. Nun peilt das Gremium die erste Sitzung nach der Corona-Pause an.

Am Dienstag, 12. Mai, 17 Uhr, will Serke ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter wieder zusammen trommeln. Im Saalbau Nied, der ist größer als der Saal der Evangelischen Freikirche in Höchst, wo das Gremium am häufigsten tagt. „Wir müssen auf die Mindestabstände achten.“ 1,50 Meter sollen die Mitglieder von einander entfernt sitzen. Und natürlich Mundschutz tragen.

Auch das Publikum soll gut verteilt sein. Womöglich zeitlich versetzt vorstellig werden, wenn es Fragen in der Bürgersprechstunde stellen möchte. „Ich hoffe, dass wir niemanden abweisen müssen“, sagt Serke.

Auch auf den Schlossfest-Rummel am Höchster Mainufer werden die Menschen im Westen in diesem Jahr verzichten müssen.

Der 6er wäre der erste der 16 Ortsbeiräte, der wieder tagen würde. Einen Corona-Antrag hat sich das Gremium ebenfalls überlegt. Der Ortsbeirat möchte das Geld aus seinem eigenen Budget als Hilfe an Vereine und Institutionen auszahlen, die sich um die Allgemeinheit verdient machen und wegen Corona in Finanznöte geraten sind.

Für die als gemeinnützig anerkannten Vereine zahlt das Land Hessen Soforthilfe. Doch machen Clubs fehlt die steuerliche Anerkennung, sie leisten aber dennoch wertvolle Arbeit, findet der Ortsbeirat. Vereine mit sozialem oder kulturellem Hintergrund etwa, oder die Vereinsringe. Die müssen zum Beispiel ihre Feste, wie das Schlossfest, absagen, haben also kaum Einnahmen.

Alle Fraktionen haben sich als Antragsteller mit verpflichtet, damit ist der Vorstoß so gut wie beschlossen. Unklar ist aber, ob der Ortsbeirat überhaupt auf diese Weise über das Geld verfügen kann. „Wir haben ja Regeln, Grundsätze, die wir befolgen müssen“, sagt Serke. Bislang hat der 6er sein Geld eher für Verschönerungen in den Stadtteilen gedacht. „Mit dem Antrag versuchen wir, eine Grundlage zu erreichen.“

Wie viel Geld im Topf ist, möchte die Ortsvorsteherin nicht sagen, um nicht unziemliche Begehrlichkeiten zu wecken. Wer möchte, kann ja selber nachrechnen. 50 Cent bekommen die Ortsbeiräte für jeden Einwohner in ihrem Ortsbezirk pro Jahr. Bei 130 000 Menschen kommt im 6er schon ein bisschen was zusammen. Allerdings soll nicht das ganze Geld in die Soforthilfe gehen. Ein neues Spielgerät für einen Spielplatz kostet an die 10 000 Euro. Davon finanziert das Gremium einige. „Wir müssen auch sehen, dass wir alle Stadtteile gleich bedenken.“

Der Ortsbeirat 6  tagt – voraussichtlich – am Dienstag, 12. Mai, um 17 Uhr, im Saalbau Nied, Heinrich-Stahl-Straße 3. Nähere Infos folgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare