+
Derzeit laufen noch die Proben.

Höchst

Vom Glück des gemeinsamen Singens

  • schließen

Alle Schüler der Henri-Dunant-Grundschule führen gemeinsam eine Oper auf. Die Premiere findet am 17. Mai statt.

Als sich die Kinder erheben und der junge Chor einsetzt, wird der ganze Raum von der Intensität des Gesangs erfüllt. Mehr als 100 helle Kinderstimmen singen, begleitet von Klavier und Streichern: „Sina bleib stark, hab Hoffnung, die Rettung, sie kommt“.

Am Montag proben Dritt- und Viertklässler der Henri-Dunant-Grundschule in der Aula der IGS West für ihren großen Auftritt. Die Oper „Sehnsucht nach Isfahan“ soll die Schülerschaft in wenigen Wochen im Sossenheimer Volkshaus aufführen. Während zwischen den Szenen nach mehreren Stunden Proben Unruhe herrscht, eint sich die Gruppe im Operngesang.

Bei der Aufführung, die der Sossenheimer Kultur- und Förderkreis unterstützt, wird die etwa 1000 Jahre alte Fluchtgeschichte des persischen Universalgelehrten Ibn Sina nacherzählt. Die Musik stammt von Georg Friedrich Händel. Schulleiter Ulrich Grünenwald sagt: „Die Fluchtgeschichte passt sehr gut zu unserer Schule“. Es gebe zwei Intensivklassen, in die „einige Kinder mit Fluchterfahrung“ gehen. Die Aneignung des Stoffes sei für alle Schüler ein „unheimliches Erfolgserlebnis, das das Selbstbewusstsein stärkt“, so Grünenwald.

Dreistimmig singen die Kinder. Regisseurin Sabine Fischmann, die Musikpädagogin Anne Rumpf sowie Markus Neumeyer als musikalischer Leiter haben dafür seit den letzten Sommerferien mit den Schülern im Musikunterricht sowie an Projekttagen geprobt. Dazu kommen Tanzpassagen, die die Kinder mit choreographiert hätten, so Fischmann.

Weil nicht alle auf die Bühne im Volkshaus passen würden, werden die Erst- und Zweitklässler in den vorderen Reihen im Publikum sitzen. „Damit sich jedes Kind gesehen fühlt“, wie Fischmann sagt, soll es eine Leinwand auf der Bühne geben, auf die neben den Akteuren auch deren eigens zu der Oper angefertigtes Gemälde als Bühnenbild projiziert wird.

Das Singen finden Justin und Kaira am besten. „Wenn ich mal traurig bin oder wütend, dann macht mich das wieder glücklich“, sagt der Zehnjährige. Seine ein Jahr jüngere Mitschülerin ergänzt: „Mit anderen zusammen macht’s mehr Spaß“. Auch Artila und Ecemsu sind sich einig über das Singen. „Ich liebe es so“, sagt die neunjährige Artila. „Danach bist du fröhlich“, sagt Ecemsu. Dem elfjährigen Timo gefallen die Tanzeinlagen am besten: „Das ist eine neue und spannende Erfahrung, die ich bisher noch nicht gemacht habe“.

Sie wolle ein „möglichst großes Get-Together“ schaffen, sagt Regisseurin Fischmann, die in Schwanheim lebt. In Zeiten von zunehmender Vereinzelung sei es wichtig, „Grenzen zur Hochkultur aufzubrechen“. Das letzte Stück der Aufführung sollen dann Zuschauer und Akteure „glücklich vereint“ singen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare