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Gebühr für WC-Anlage am Höchster Markt entfällt

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Von: Michael Forst

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Wer den Höchster Wochenmarkt besucht, kann derzeit nicht die Toiletten benutzen. Sie sind defekt, eine Reparatur wird Monate dauern.
Wer den Höchster Wochenmarkt besucht, kann derzeit nicht die Toiletten benutzen. Sie sind defekt, eine Reparatur wird Monate dauern. © peter-juelich.com

Die FES resigniert vor dem anhaltenden Vandalismus-Problem am Höchster Marktplatz und wird die Toilettenanlage künftig kostenlos betreiben. So oft wie die WCs defekt oder zerstört seien, lohne sich eine Reparatur kaum noch, heißt es zur Begründung.

Schlechte Nachrichten für Kundinnen und Kunden des Höchster Wochenmarktes: Beide Toiletten am Platz sind defekt. Wieder einmal. Und sie werden es möglicherweise monatelang bleiben, teilt FES-Sprecher Michael Werner mit. Der städtische Müllentsorger ist zuständig für die Wartung des WC-Häuschens.

„Wir haben die Polizei eingeschaltet, wie wir es immer tun, und die Reparatur extern beauftragt“, erklärt er. Es sei aber schwierig, in der Pandemielage Handwerker zu finden. Diese wiederum hätten mit Engpässen bei der Materiallieferung zu kämpfen. „Ein schnelle Reparatur ist da schlicht nicht möglich.“

Mit Blick darauf, dass die Toiletten am Markt in den vergangenen Jahren immer wieder zur Zielscheibe von Vandalismus geworden sind und „die ganze Lage dort unbefriedigend ist“, denke die FES jetzt weiter: „Wir möchten die Toiletten zukünftig kostenfrei betreiben“, kündigt Werner an. Sie sollen dann per Zeitschaltuhr entweder geöffnet oder geschlossen werden – zu den üblichen Öffnungszeiten des Höchster Marktes jeden Dienstag, Freitag und Samstag blieben die Türen geöffnet, so Werner.

Diesen Plänen zugrunde liege eine einfache Rechnung: „Die Reparaturkosten für eine einzige Türanlage belaufen sich jeweils zwischen 3500 und 5000 Euro. So oft wie die WCs defekt sind, können wir diese Kosten mit den 50 Cent pro Toilettenbesuch gar nicht reinbekommen“, erklärt Werner. Die Geldkassette an den Türen aber sei das, was die Täter anlocke: Sie versuchen sie aufzubrechen – oft mit Erfolg. In anderen Fällen würden die Geldeinwurfschlitze mit Fremdkörpern blockiert oder mit Kaugummi zugestopft. Das Vandalismus-Problem an den Marktplatz-Toiletten gibt es seit 2018. Allein im damaligen Jahr war ein Schaden in niedriger fünfstelliger Höhe entstanden. Gebessert hat sich das laut Werner „bis heute leider nicht“. Sei der entstandene Schaden repariert, gehe es meist nur einige Wochen gut – „und dann geht das Spielchen von vorne los“. Diesen Kreislauf gelte es zu durchbrechen. Daher sei es gut, dass das FES-Liegenschaftsmanagement derzeit mit dem Amt für Bau und Immobilien (ABI) an einer langlebigeren Lösung feile.

Die Situation am Toilettenhäuschen am Höchster Markt stinkt auch dem Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen). Schon im Februar 2021 forderte er den m Magistrat auf, die Situation zu verbessern. Dieser antwortete im Juni 2021: Sofern nicht „bauteilspezifische Teile“ beschädigt würden, die nur durch Fachfirmen instandgesetzt werden können, stehe „die Anlage innerhalb kürzester Zeit wieder voll funktionsfähig zur Verfügung“. Auch würden die Toiletten „an sieben Tagen in der Woche dreimal täglich gereinigt“. CDU-Ortsbeirat Michael Schneider gibt nicht auf: Er fordert in einem Antrag für die nächste Sitzung des Stadtteilparlaments am Dienstag, 26. April, „die Funktionsfähigkeit der Toiletten am Höchster Markt wiederherzustellen und gängige Hygienestandards einzuhalten“.

Wegen des gesetzlichen Feiertags wird der Höchster Wochenmarkt von Karfreitag, 15. April, auf Gründonnerstag, 14. April, vorverlegt. Geöffnet sind die Stände von 7 bis 13 Uhr, ebenso am Samstag, 16. April.

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