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Susanne Serke, hier auf den Spuren der Regionaltangente West, möchte Ortsvorsteherin bleiben. M. Müller
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Susanne Serke, hier auf den Spuren der Regionaltangente West, möchte Ortsvorsteherin bleiben. M. Müller

Kommunalwahl Frankfurt

Frauen auf dem Weg nach oben im Frankfurter Ortsbeirat 6

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Der Ortsbeirat 6 wird ein Stück weiblicher. Die CDU bleibt stärkste Kraft und stellt womöglich wieder die Ortsvorsteherin. Die Grünen lachen dennoch

Der Ortsbeirat 6 liegt nicht im Trend. In fast allen Ortsbezirken der Stadt sind die Grünen stärkste Kraft oder wenigstens Zweite geworden. Im Frankfurter Westen, im 6er, sind sie lachender Dritter. Lachend, weil die Partei dennoch ihr bestes Ergebnis bislang erzielt hat. Von 10,9 Prozent klettern sie auf 18,7 Prozent. Von zwei auf vier Sitze. „Wir haben uns als Fraktion verdoppelt“, sagt Hanneke Heinemann, die als Spitzenkandidatin ins Rennen gegangen ist und nun ihre Fraktion anführen möchte.

Der bisherige Vorsprecher, Thomas Schlimme, gibt sein Mandat wohl ab. Der frankfurtweite Erfolg seiner Partei hat ihm zusätzlich einen Sitz als Stadtverordneter beschert. Er ringt zwar noch mit sich, wird die Ortsbeiratsfraktion aber eher aus dem Hintergrund beraten. „Wir haben noch andere gute Leute im Team“, sagt er dazu.

Kommunalwahl Frankfurt: Mehmet Agatay springt vom letzten Platz ins Stadtteilgremium

Etwa Mehmet Agatay. Der Unterliederbacher ist eigentlich als letzter auf der Liste angetreten, die Wählerinnen und Wähler haben ihn aber auf den fünften Rang gehievt. Nach Thomas Schlimmes Verzicht rückt er also ins Gremium nach. Die Gründe für den Erfolg der Grünen liegen auf der Hand, findet Schlimme. Es sind die Ur-Grünen Themen: Verkehrswende, Klimaschutz, Nachhaltigkeit.

Eine andere Analyse bietet Dominike Pauli an, Spitzenkandidatin der Linken. „Frauen sind auf dem Weg nach oben.“ Die Wählerinnen und Wähler hätten bevorzugt ihr Kreuzchen bei Volksvertreterinnen gesetzt. „In allen Parteien stark nach vorne kumuliert.“ Bei den Linken sind es künftig schon mal zwei Frauen anstatt einer, neben Pauli noch Ellen Janik. Einen dritten Sitz hätte Pauli gerne dazu gewonnen, aber auch so könnten sich die 8,2 Prozent sehen lassen. Immerhin stand die Partei 2011 noch bei 5,4 Prozent.

Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Frauen bietet auch die CDU. Die Union ist wieder stärkste Kraft geworden: 30,7 Prozent der Stimmen waren es 2016, nun sind es 28,6 Prozent. Damit bleibt die Fraktion bei sechs Sitzen. Zwei neue Gesichter sind dabei: Michael Schneider und Tobias Fechler, der Nieder ist sehr engagiert in Sachen Bahnübergang Oeserstraße. Das hat ihm womöglich die Stimmen für den Einzug in den Ortsbeirat gebracht. Die Fraktion führt erneut Markus Wagner aus Griesheim.

Ortsbeiratswahl 2021: Susanne Serke gewinnt will Ortsvorsteherin im Westen bleiben

Dabei haben gleich zwei Frauen mehr Zustimmung der Wählerschaft hinter sich, Ilona Klimroth aus Schwanheim und die amtierende Ortsvorsteherin Susanne Serke. Die Sossenheimerin würde auch gerne wieder als Ortsvorsteherin agieren. „Wenn ich denn gewählt werde“, sagt sie bescheiden.

Ein klares Mandat dafür hat sie. Nicht nur, weil ihre Fraktion die stärkste Kraft ist. Es ist zwar üblich, dass die Partei mit den meisten Sitzen Ortsvorsteher oder -vorsteherin stellt. In Stein gemeißelt ist das nicht. Für Serke spricht, dass sie von allen Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien im Ortsbezirk mit Abstand die meisten Stimmen gewinnen konnte, 13 355.

Der zweitplatzierte Thomas Schlimme (Grüne) hat rund 2200 Stimmen weniger gesammelt. Dazu passt, dass Serke auch in die Stadtverordnetenversammlung gewählt ist. Dort hat sie sich von Platz 13 der CDU-Liste auf Rang vier geschoben.

Dennoch plagen sie gemischte Gefühle. Zur Freude über den eigenen Erfolg gesellt sich der Ärger über das Abschneiden der Partei. Serke erinnert daran, dass die Union 2016 bereits 4,7 Prozentpunkte eingebüßt hatte. Jetzt sind es erneut 2,1 weniger. „Das ist nichts, worauf wir uns ausruhen könnten“, mahnt sie.

Die Einbußen lägen nicht alleine in der Bundespolitik begründet oder „in der Maskenaffäre“. Die CDU müsse auch in den Stadtteilen schauen, wie sie sich besser aufstellen könne. Beim erwähnten Bahnübergang in Nied sei der Ortsbeirat abgespeist worden, findet Serke. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) habe den Termin zur Vorstellung der Pläne platzen lassen, eine Alternative im Internet nicht angeboten.

Ansonsten seien es nach wie vor die Alltagsprobleme, die die Lebensqualität im Westen entscheidend beeinflussten: Verkehr und Müll. Die gelte es zu lösen. Den Nahverkehr zu stärken, bevor der Autoverkehr beschränkt werde, etwa. Beim angeblich so grünen Thema Klima „müssen wir den Menschen klar machen, dass die CDU da auch Lösungen anbieten kann“.

Kommunalwahl in Frankfurt: SPD hadert auch im Westen mit den Stimmverlusten

Am meisten hat allerdings die SPD an der Wahl zu knabbern. Immer noch zweitstärkste Kraft im Frankfurter Westen, scheinen die Sozialdemokraten ratlos, was sie eigentlich Stimmen gekostet hat. Von 27,5 Prozent 2016 stürzen sie auf 21,2 Prozent und verlieren einen ihrer fünf Sitze im Gremium. Die SPD habe viele gute Dinge angestoßen in den Bereichen Verkehr, Wohnungsbau und Bildung. Die AWO-Affäre des Oberbürgermeisters habe allerdings nicht gerade beflügelt, heißt es.

Die Zusammensetzung der Fraktion ist neu. Nur Klaus Moos aus Sossenheim ist geblieben. Dafür kehren zwei bekannte Gesichter aus der Stadtverordnetenversammlung zurück. Petra Scharf (Höchst) und Birgit Puttendörfer (Griesheim). Beide haben prompt mehr Stimmen gesammelt als ihr Spitzenkandidat Jürgen Storjohann. Nun muss sich die SPD sortieren. „Zwei Personen haben Interesse, die Fraktion zu führen“, sagt Puttendörfer diplomatisch. Petra Scharf, die die meisten Stimmen der Bevölkerung hinter sich hat, ist da etwas deutlicher. „Also ich hätte Interesse.“

Erleichtert zeigen sich die meisten Parteien im Ortsbeirat 6, dass die AfD nur mit einem Kandidaten, Oliver Wurtz, in das Gremium eingezogen ist. „Wir waren mal AfD-Hochburg“, erinnert Dominike Pauli. Bernd Irrgang (BFF) und Claudius Swietek (FDP) komplettieren den Ortsbeirat. Die Wählerinitiative Frankfurt-West, die in der vorigen Wahlperiode überraschend einen Sitz ergattert hat, ist diesmal leer ausgegangen.

Es bleibt bunt im Stadtteilgremium.
Markus Wagner führt die sechsköpfige Fraktion der CDU.
Petra Scharf hat der SPD die meisten Stimmen gewonnen.
Hanneke Heinemann
Mehmet Agatay springt vom letzten Platz der Grünen-Liste in den Ortsbeirat.
Dominike Pauli ist die Spitzenkandidatin der Linken.
Claudius Swietek ist Spitzenkandidat der FDP.
Bernd Irrgang ist Spitzenkandidat der BFF.
Oliver Wurtz vertritt die AfD.

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