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Der Blick aus dem Führerstand auf die 125 Meter lange Waschstraße.

Höchst

In Frankfurt reinigt die Bahn ihre Züge in einer riesigen Waschanlage

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Die Außenreinigungsanlage für Züge in Höchst ist immer gut besucht. Für die Lokführer ist die Fahrt durch die Waschstraße mittlerweile Routine.

Dröhnend schrappen die Bürsten an den Außenwänden der S-Bahn entlang, als diese langsam durch die Waschstraße gezogen wird. Stück für Stück schiebt sich der knapp 70 Meter lange Zug durch die Außenreinigungsanlage für Züge in Höchst, die von der DB Fernverkehr AG betrieben wird.

„Die Anlage funktioniert eigentlich wie eine Autowaschanlage - nur eben in XXL“, sagt Michael Wolf, der für die Instandhaltung und Bereitstellung der Frankfurter S-Bahnen verantwortlich ist. Das heißt waschen, bürsten und föhnen. Dreizehn Mal im Jahr fährt jede der 205 S-Bahnen, die im Rhein-Main-Gebiet verkehren, durch diese Waschanlage. „Für unsere Fahrgäste ist die Sauberkeit ein wichtiger Aspekt. Aber natürlich gewährleisten wir so auch die Sicherheit. Es ist besser, wenn die Frontscheiben sauber sind und man alles streifenfrei sehen kann“, erklärt Wolf. Die häufigen Wartungen und Reinigungen seien deshalb so wichtig, weil die Fahrzeuge der S-Bahn Rhein-Main täglich mehr als 42.000 Kilometer zurücklegten und dabei knapp eine halbe Million Menschen beförderten, die zuverlässig an ihr Ziel kommen wollen.

Für Triebfahrzeugführer Jochen Leps ist so eine Fahrt vollkommen normal: „Die Waschfahrten sind in den Regelablauf mit eingewoben.“ Die Fahrgäste würden an einer Endhaltestelle rausgelassen und dann fahre er zur Wäsche. Danach ginge es normal weiter, erklärt er, als die Bahn gerade vorne wieder aus der Halle herausgezogen wird.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde ist das rund 115 Tonnen schwere Triebfahrzeug wieder blitzeblank aus der Waschanlage herausgefahren. Je nach Zuglänge und Verschmutzungsgrad könne das Waschprogramm schon mal bis zu 70 Minuten dauern. Die Anlage wird aber nicht nur für S-Bahnen genutzt, sondern auch für Nah- und Fernverkehrszüge. Insgesamt passieren zwischen 2700 und 4000 Zügen pro Jahr die Waschstraße.

Bei einem 200 Meter langen Zug werden bis zu 9000 Liter Wasser verbraucht. Drei Viertel davon werden rückgewonnen und wiederverwendet, der Rest in der eigenen Abwasserbehandlungsanlage aufbereitet. Es kommt dabei kein natürliches Trinkwasser zum Einsatz, nur aufbereitetes Flusswasser. „Das ist auch nur möglich, weil wir hier in Frankfurt den Main haben, an anderen Standorten geht das nicht“, sagt Wolf.

Zu den Außenwaschgängen kommen regelmäßige Wartungen in der Elektrotriebfahrzeug-Werkstatt im Frankfurter Gallusviertel und die täglichen Reinigungen im Zug selbst. Außerdem alle drei Tage eine zweistündige Reinigung und alle neun Wochen eine 14 Stunden dauernde Grundreinigung. Graffiti kann allerdings nicht einfach abgewaschen werden - das muss man in Handarbeit entfernen.

Nach der Reinigung schließen sich dann die Tore der Außenreinigungsanlage wieder - bis der nächste Zug kommt.

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