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Marla mit ihrer Mutter Monika Bartels in der Storchgasse.

Höchst

Vor Beginn des Höchster Schlossfestes: Bewusstsein für Müll schärfen

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Vor dem Schlossfest sammeln 50 Freiwillige aus Höchst und den Nachbarstadtteilen Abfall in der Altstadt ein.

Auf dem Schlossplatz türmt sich am Samstagmittag der Sperrmüll. Ein Fahrrad-Wrack, ein Bürodrehstuhl, Holz, Metall und Pappe sowie eine leere Gasflasche und zahlreiche Müllsäcke liegen vor der Mauer des Schlossgrabens. Manch einer schaut skeptisch, ob der Ablagerung an zentraler Stelle vor historischen Gemäuern. Davor steht ein er- und aufklärendes Schild: „Dieser Müll wurde im Rahmen einer Sammelaktion zusammen getragen und wird heute noch abgeholt. Bitte stehen lassen“.

Eine Woche vor Beginn des Höchster Schlossfestes hat der Vereinsring mit Unterstützung der Stadt, wie im Vorjahr, Freiwillige eingeladen, das Quartier für die bevorstehende Feierwoche rauszuputzen. Rund 50 Ehrenamtliche sind ausgeschwärmt, um sich nach dem Unrat anderer zu bücken und diesen in Müllsäcken zu sammeln. Das berichtet Claus Cromm, Vorsitzender des Vereinsrings. Er ist mit weiteren Helfern im VW-Bus unterwegs. Sie haben den Sperrmüll-Berg am Schlossplatz aufgetürmt.

Mit Müllsack und Greifzange durch seine Nachbarschaft in der Altstadt

Weiteren Unrat finden sie an der Ecke Schleifergasse/Albanusstraße. Dort haben sie den Bus gerade voll beladen mit einer Euro-Palette, einem zerlegten Schrank und Kartons. „Das ist ein gern genommener Müllplatz“, sagt Helfer Bernd Scheu. Und Cromm fügt hinzu: „Wir haben mal die Mülltonnen, die schon länger auf der Straße standen, hinter die Hauseingänge geräumt, damit das nicht zum Müll abstellen einlädt“.

Unter dem Motto „Gebordsdaachskinner“ steht in diesem Jahr das Schlossfest vom 6. bis 15. Juli.

Am 14. Juli gibt es im Brüningpark eine „Geburtstagswiesn mit Trachten und Maßbier“.

Zur Eröffnung am 6. Juli werden Ritter ihr Lager im Burggraben aufschlagen. Am 15. Juli endet das Fest mit Feuerwerk und einem Orgelkonzert.

Aus Höchst kämen ihre freiwilligen Helfer, aber auch aus Nachbarstadtteilen, berichtet Cromm. So wie Familie Bartels aus Nied. Schon in der Vorwoche hätten sie als Mitglieder der „Wählerinitiative Frankfurt West“ in Schwanheim Unrat gesammelt, sagt Vater Torsten Bartels. Alle paar Meter zielen sie mit ihren Greifzangen auf den Boden, um Verpackungen, Glasscherben und Kippenstummel in die Säcke zu befördern. Auch Töchterchen Marla hilft fleißig mit. Die Fünfjährige sagt: „Es wäre besser, wenn die Leute ihren Müll selbst in den Papierkorb werfen würden“. Anke Konegen, die auch bei der Gruppe dabei ist, sagt: „Ich weiß nicht, ob es eine gute Aktion ist“. Einerseits würden Passanten sehen, dass sich Engagierte um ihr Umfeld vor der Haustüre kümmern würden. Andererseits müsse auch das „Bewusstsein geschärft“ werden, und das bereits in der Schule, findet die 47-jährige Höchsterin. Vor dem Beginn der Sommerferien hätten etwa Schüler ihren Schulweg abgelaufen, um an der Strecke Müll aufzulesen.

Bernd Kuske-Schmittinger, der mit Müllsack und Greifzange durch seine Nachbarschaft in der Altstadt streift, sagt: „Man muss auch Hauseigentümer in die Pflicht nehmen“. Diese müssten ihre Mieter darauf aufmerksam machen, dass beispielsweise Sperrmüllabholung nach Anmeldung kostenlos von der Stadt erledigt werde.

Er mache bei der Aktion mit, um ein „Zeichen vor dem Schlossfest setzen“ und andere Bewohner für die Pflege ihres Stadtteils zu sensibilisieren.

Weitere Infos und das gesamte Programm gibt es unter www.schloss-fest.de

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