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Der Vereinsring eröffnet launig das neue Ufer mit einem Hafenfest.

Höchst

Kalauer an der Höchster Kaimauer

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Der Vereinsring eröffnet launig das neue Ufer mit einem Hafenfest.

Natürlich hat Höchst einen Hafen. Das ist Claus Cromm wichtig zu betonen. Der Vorsitzende des Vereinsrings hat am Freitag schließlich feierlich das erste Höchster Hafenfest eröffnet. Das ginge ohne Hafen schlecht. Auch wenn es in dem Fall eher eine Kaimauer ist, an der Seeleute Ihr Schiff vertäuen können.

Cromm kann sich aber auch noch an Tage erinnern, in denen die Batterie, das Höchster Ufer, ein Umschlagplatz für Waren gewesen ist. „Für Kohle zum Beispiel“, sagt Cromm. Auch Besucherin Gisela kommen da Erinnerungen. Sie schließt die Augen. „Den Duft der Hölzer“ hat sie noch immer in der Nase. Aus fernen Ländern reisten die nach Höchst, für die „Möbelfabrik Wesner“, sagt sie, „oder doch für die Fabriken in Kelkheim?“

Doch da beginnt auch schon der Shanty-Chor Nied zu singen und zerstreut letzte Zweifel. „Es trinken die Matrosen...“ schallt es über den Festplatz am Mainufer. Ein Feuerwehrboot der Infraserv aus dem benachbarten Industriepark zieht vorbei und grüßt mit dem Horn.

Eigentlich ist das Fest inoffizieller Schlossfest-Auftakt und feierliche Eröffnung der frisch sanierten Kaimauer. 2014 waren Teile des Ufers abgesackt, der Main hatte die Befestigung unterspült. Rund sechs Millionen Euro hat die Stadt in die Reparatur gesteckt. Dabei ist ein zusätzlicher Kai entstanden, der neue Hafen.

Und so feiern die Höchster Riverside-Picknick, Claus Cromm moderiert launig durch den Abend. Die Sportler der Nassovia rudern im Konvoi vorbei. Auch das ein maritimer Gruß.

„40 Boote und 35 U-Boote“, hat Cromm gezählt. Einer der Ruderer, Jonas Gelsen aus Unterliederbach, hat sich sogar für die WM der Junioren qualifiziert, erzählt Dirk Stanischewski von der Nassovia stolz. Der Verein sei aber offen für alle Ruderfreunde, auch Breitensportler jeglichen Alters seien willkommen.

Eröffnet wird an diesem Abend auch die neue Skateanlage unter der Leunabrücke. Zehn Jahre liegen zwischen Idee und fertigem Parcours, erinnert sich Petra Scharf, die damalige Kinderbeauftragte und heutige SPD-Stadtverordnete. Auch Architekt Rolf Schepp ist zugegen und schüttelt belustigt den Kopf. „Die Jugendlichen, die seinerzeit mitgelenkt haben, schieben heute ihre Kinderwagen am Mainufer entlang.“

380 Quadratmeter ist die Anlage groß. Acht Parkplätze sind durch den Bau entfallen. Die Lage unter der Brücke ist praktisch. So können weder Regen noch starke Sonne die Jugend vom sporteln abhalten. Rund 210 000 Euro hat der Bau gekostet. Um mögliche halsbrecherische Stürze zu entschärfen, sind die Betonkanten abgerundet.

Übrigens, schaltet sich da SPD-Ortsbeirat Alexander Schott verschwörerisch ein: „Der Höchster Hafen ist mindestens genau so beeindruckend wie der von Stockholm.“ Dort seien zwar die Schiffe größer. „Aber die Höchster Altstadt ist schöner und romantischer als die in Stockholm.“

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