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Bei der Quartiersküche des DRK in Höchst werden bedürftige Menschen versorgt.

Höchst

Frankfurt-Höchst: 120 Essen in der ersten halben Stunde

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Bei der Quartiersküche des DRK in Höchst werden bedürftige Menschen versorgt. Dabei gibt es mehr als die typische Erbsensuppe.

Die Schlange in der Adelonstraße reißt nicht ab. Nachdem am Sonntagvormittag Helfer vor dem Zentrum West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) begonnen haben, Essen und Getränke auszugeben, rücken immer wieder Wartende nach. Unter dem Titel „Quartiersküche“ haben Verantwortliche des DRK vor sieben Wochen eine sonntägliche Essensausgabe eingerichtet, die teils durch Spenden getragen wird.

An einem Pavillon mit dem DRK-Logo werden an diesem Tag Hähnchenschenkel mit Reis und Curry-Ananas-Soße sowie Rosmarinkartoffeln mit Ratatouille und Pudding als Dessert geboten, die die Helfer unter einer Plexiglasscheibe hindurch reichen. Neben Wasserflaschen liegt gespendetes Obst und Gemüse, wie Rhabarber, Bananen, Radieschen und Zucchini, in einer Kiste zum Mitnehmen. Weil der Höchster Ortsverein des DRK die „Katastrophenschutzeinheit“ beherbergt, kann in einer voll ausgestatteten Großküche gekocht werden. „Ein Profi-Koch und zwei bis drei weitere Feldköche haben gestern und heute frisch gekocht und eben nicht die typische Erbsensuppe“, berichtet DRK-Kreisbereitschaftsleiter Marco Schmitz. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie habe er sich mit einem Krisenstab zusammen gesetzt und überlegt, wie das DRK Bedürftige unterstützen könnte.

„Da die Tafeln nur eingeschränkt funktionsfähig sind, haben wir uns die Idee überlegt,“ sagt Schmitz und weiter: „Wir machen keine Unterschiede, jeder kann kommen.“ Wenn etwa jemand mehrere Portionen für seine Familie mitnehmen wolle, würden auch mehrere Essen rausgegeben. Eine ältere Frau, die noch in der Reihe wartet, sagt, sie nehme eine zweite Mahlzeit für eine Bekannte mit, die nicht mehr so gut zu Fuß sei. „Schön, dass es das gibt“, sagt sie. Ein Mann, der mit Abstand hinter ihr in der Schlange steht, ergänzt: „Spitzen-Angebot und das Einzige momentan in Höchst.“

550 Portionen vorbereitet

Mit vollen Tüten, in denen das eingeschweißte warme Essen, Obst und Gemüse lagern, verlassen Frauen und Männer die Essensausgabe. „In der ersten halben Stunde sind 120 Essen rausgegangen“, berichtet Angela Lerch-Tautermann vom Höchster DRK-Ortsverein. Rund 550 Portionen haben sie für diesen Tag vorbereitet, von denen ein Teil in Niederrad verteilt wird. Weitere Gerichte gehen nach Sindlingen und Zeilsheim an ältere Bewohner in Anlagen für betreutes Wohnen. Die würden sich besonders über den Service freuen, sagt Lerch-Tautermann. „Was die Menge an Essen angeht, können wir immer nachlegen“, berichtet sie. Seit der ersten Quartiersküche sei die Zahl an „Care-Paketen“ stetig gestiegen.

Die Arbeit teilen sich 22 Helfer; ein Teil von ihnen sind DRK-Mitglieder, ein weiterer Teil Freiwillige, die durch einen Aufruf zu der Aktion gekommen sind. So wie Stefanie Hofmann aus Eschborn, die seit mehreren Wochen mitmacht. „Ich hatte Zeit und habe eine Aufgabe gesucht“, berichtet die 34-Jährige. Mehr Zeit habe sie momentan, weil sie übergangsweise von zuhause aus arbeite. An diesem Tag flitzt sie zwischen Essensausgabe und Küche hin und her, um Nachschub zu organisieren. Solange sie noch im Home Office ist, möchte sie sich bei der Quartiersküche engagieren und danach DRK-Mitglied werden. Je nach Spendenbereitschaft soll das Angebot laut DRK-Kreisbereitschaftsleiter Schmitz noch mindestens die kommenden vier Sonntage weiter laufen.

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