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„Lusóphonas“ läuft am 24. März beim brasilianischen Filmfestival.  

Kino in Frankfurt

Frankfurt: Fantastisches Kino

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Das Filmforum Höchst zeigt zum 15. Mal das Festival Cine Brasil und stellt neue Kinofilme aus Brasilien vor.

Brasilien ist eine große Kinonation. Doch nur wenige Filme aus dem mehr als 200 Millionen Einwohner zählenden Land finden ihren Weg nach Deutschland - zum Bedauern von Klaus-Peter Roth vom Filmforum Höchst. Das Frankfurter Programmkino versucht seit vielen Jahren, mit Festivals und Retrospektiven zu zeigen, dass es auch jenseits von Hollywood viel Sehenswertes gibt. Von Donnerstag nächster Woche an bietet sich beim „Cine Brasil“ wieder die seltene Chance, einen Überblick über das aktuelle brasilianische Kino zu bekommen. Denn das hat jenseits der Telenovelas viel zu bieten.

„Die wenigsten Filme werden hier in Deutschland regulär laufen“, sagt Roth mit Bedauern. Schade sei auch, dass die meisten der gezeigten Filme aus Kostengründen nur englischsprachige Untertitel haben. Seit 15 Jahren läuft das von dem Brasilianer Sidney Martins organisierte Tournee-Festival in Frankfurt-Höchst, als einzige Station in Hessen. Es waren in dieser Zeit viele eindrucksvolle Filme darunter, wie sich Roth erinnert. „Da gibt es echte Entdeckungen“, sagt er begeistert.

Ein Beispiel: „Praça Saens Peña“, der am 22. März mit deutschen Untertiteln läuft. „Der Regisseur Vinícius Reis zeigt darin das Leben der Mittelschicht“, sagt Roth. „Deren Alltag ist sonst nur selten in Filmen zu sehen.“ Trotz guter Kritiken hätten es brasilianische Filme auf dem deutschen Markt schwer, so Roth. „Immer wieder gibt es Sachen, die international Erfolge feiern und hier ganz schlecht laufen“, sagt er.

Wilson Simonal war einer der größten Musiker und Entertainer der brasilianischen Musikgeschichte. Ein Film erzählt sein Leben.

Interessanterweise seien etwa kubanische Filme gefragter. Auch hier kann das Filmforum Höchst etwas Besonderes bieten: Am 14. Mai beginnt das kubanische Filmfestival – es kann dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern.

Filme aus Brasilien in Frankfurt

Das 15. brasilianische Filmfestival läuft vom kommenden Donnerstag, 19. März, bis zum Mittwoch, 25. März, im Filmforum Frankfurt-Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46a. Bis auf den Eröffnungstag gibt es täglich zwei Filme, jeweils um 18.30 und 20.30 Uhr. Der frühe Film ist in einer Retrospektive-Reihe zu sehen, der spätere zeigt das ganz aktuelle Spektrum des Filmschaffens Brasiliens. 

Donnerstag, 18. März:  19.30 Uhr Eröffnungsfilm Tungstênio – Wolfram (Original mit englischen Untertiteln), Heitor Dhalia, 2019. 

Freitag, 20. März:  18.30 Uhr, Viva São João (OmeU), Andrucha Waddington, 2002.
20.30 Uhr, O Beijo no Asfalto – Der Kuss auf dem Asphalt (OmeU) Murilo Benícío, 2018 

Samstag, 21. März:  18.30, DNA África (OmU), M. Monteiro, A. Jordão, C. Alberto, Bras. 2014.
20.30 Uhr, Domingo – Sonntag (OmeU), Fellipe G. Barbosa, Clara Linhard, 2018.
Sonntag, 22. März:  18.30 Uhr, Praça Saens Peña (OmU), Vinícius Reis, 2009.
20.30 Uhr, Simonal (OmeU), Leonardo Domingues, 2019.

Montag, 23. März:  18.30 Uhr, Mutum (OmeU), Sandra Kogut, 2007.
20.30 Uhr, Pedra da memória (OmU), Renata Amaral, 2019.
Dienstag, 24. März:  20.30 Uhr, Lusóphonas – Lusophone Frauen (OmeU), Carolina Paiva, 2019.
Mittwoch, 25. März:  18.30 Uhr, Olhos Azuis – Blaue Augen (OmU), José Joffily, 2009.
20.30 Uhr, 10 Segundos para vencer – 10 Sekunden um zu siegen (OmeU), José Alvarenga Jr., 2018. 

Karten  zu 7 Euro gibt es unter Tel. 069/21 24 57 14 oder an der Abendkasse. Zusammengestellt hat das Programm der in Berlin lebende brasilianische Filmemacher und Cineast Sidney Martins. 

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