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Frankfurt: Ärger über E-Scooter auf dem Gehweg

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Die Aktion für mehr Sicherheit vor dem Kinderhaus Höchst.
Die Aktion für mehr Sicherheit vor dem Kinderhaus Höchst. © Maik Reuß

Kinderhaus Höchst fordert die Stadt nach einem Unfall, bei dem ein Kind verletzt wurde, zum Handeln auf

So einfach kann’s gehen: Einen Pylon in die Mitte des Bürgersteigs gestellt, mit Kreide in Signalfarben „Achtung, Kinder!“ und „E-Scooter verboten“ auf das Pflaster gemalt – und Spalier gestanden. Es gab Radfahrer, die vorbildlich abgestiegen sind und den Kleinen dabei noch ein Lächeln schenkten. Zumindest für eine halbe Stunde war am Dienstagnachmittag die Welt vor dem Kinderhaus Höchst in Ordnung.

Der Hintergrund der unterhaltsam anmutenden Aktion der Kinder, Eltern und Pädagogen aus dem Stadtteilkinderhaus ist ein ernster. Im Oktober 2021 ist ein sechs Jahre alter Junge auf dem Gehweg vor der Eingangstür des Kinderhauses von einem mit zwei Personen besetzten E-Roller angefahren worden. Das Kind wurde verletzt und musste ambulant behandelt werden; die beiden jugendlichen Unfallverursacher fuhren einfach weiter und konnten nicht mehr ermittelt werden.

Das Aufkommen dieser E-Roller habe stark zugenommen, sagt Ralf Doerfert vom Kinderhaus: „Fast täglich kommt es hier zu Beinahe-Unfällen.“ Der Schwerpunkt der E-Scooter liege sehr viel weiter unten als bei Fahrrädern, was sie für Kinder besonders gefährlich mache – von der oftmals hohen Geschwindigkeit, mit dem manche Fahrer damit unterwegs seien, einmal ganz abgesehen.

„Es geht nicht darum, Rad- und Rollerfahrer von hier zu verbannen. Man muss ihnen eine Alternative anbieten, die für sie einsichtig ist“, betont Doerfert. Ein Radweg, Verbotszeichen, Hinweisschilder, Piktogramme, Sperrbügel, versetzte Umlaufschranken – was möglich, sinnvoll und hilfreich wäre, das könne nur jemand beurteilen, der sich mit solchen Planungen auskenne. Deswegen fordere man dringend eine Ortsbegehung. Selbst das Schild mit der Aufschrift „Kinderhaus“ sei in einer Höhe angebracht, in der es leicht übersehen werden könne.

Geschehen ist bislang wenig. „Wir haben nach dem Unfall einen Antrag in den Ortsbeirat eingebracht, um die ständige Gefahrensituation abzuwenden. Er wurde einstimmig angenommen“, berichtet Ellen Janik von der Linken, die ehrenamtlich im Kinderhaus aktiv ist. Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU) schrieb an den Magistrat.

Dieser teilte im Februar mit, dass er bedauere, noch keine abschließende Stellungnahme abgeben zu können. Auf Antworten wartet das Kinderhaus immer noch. Auch daran hat es mit der Aktion erinnern wollen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder etwas passiert. Wir hoffen daher, mit der Aktion auch die Menschen, die hier entlangfahren, zu sensibilisieren“, sagt Kinderhaus-Leiterin Sylvia Heusel – und muss eine der Kinderholzpuppen festhalten, die die Kinder für die Aktion bemalt hatten. Die Seitentasche eines vorbeifahrenden Radfahrers hat sie aus der Balance gebracht.

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