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Entwurf für Ettinghausen-Platz

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Von: Boris Schlepper

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Viel Freiraum und Pflanzen haben die Planerbüros für den Ettinghausenplatz in Höchst vorgesehen.
Viel Freiraum und Pflanzen haben die Planerbüros für den Ettinghausenplatz in Höchst vorgesehen. © meixner/schlüter/wendt

Der Ettinghausen-Platz soll ein markanter Auftakt zur Höchster Altstadt werden. Dazu soll das Areal umgebaut werden. Die Siegerbüros des Architekten-Wettbewerbs stehen nun fest. Sie wollen die vielfältige Geschichte des Areals deutlich machen.

Der Wettbewerb zur Neugestaltung des Ettinghausen-Platzes ist entschieden. Das Architektenbüro Meixner Schlüter Wendt aus Frankfurt ist gemeinsam mit KuBuS Freiraumplanung aus Wetzlar mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Das teilt die Stadt mit.

„Endlich haben wir ein Konzept für den Ettinghausen-Platz, das der Geschichte des Ortes gerecht wird und zugleich einen markanten Platz als Auftakt zur Höchster Altstadt schafft“, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Das nach der jüdischen Familie Ettinghausen benannte Areal, auf dem neben einem Wehrturm und der einstigen Stadtmauer bis zu den Novemberpogromen 1938 eine Synagoge stand, soll im Rahmen des Investitionsprogramms „Schöneres Frankfurt“ eine seiner Geschichte angemessene Neugestaltung erfahren.

Die Pläne der Architektenbüros wollen die vielfältige Vorgeschichte des Platzes berücksichtigen. Der Entwurf versteht den Platz als ein Volumen, bei dem die Synagoge und die Stadtmauer und wichtige Wegebeziehungen als Räume abgebildet werden. Damit der Platz durchlässig bleibt, soll das Volumen in Form eines bepflanzten Stahlgerüsts etwa 3,50 Meter über dem Boden schweben. Der so entstehende Raum soll an die Synagoge erinnern und gleichzeitig einen attraktiven, begrünten Platz bilden.

Der Boden des Platzes soll so gestaltet werden, dass dort die historischen Schichten ablesbar sind. Die einstige Stadtmauer mit dem Wehrturm etwa werden in farbigem Beton abgebildet. Die Fundamente der zerstörten Synagoge dagegen sollen als Podest ausgebildet werden, die als Sitzmöglichkeiten dienen.

„Der Siegerentwurf findet meine absolute Unterstützung. Ich halte ihn für eine moderne und intelligente Form der Erinnerungskultur“, sagt Marc Grünbaum, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Er berge das Potenzial, dass er eine lebendige Erinnerung an die Bedeutung des Ortes transportiert und von den Menschen entsprechend angenommen werde.

Dem Wettbewerb vorgeschaltet war ein offenes Bewerbungsverfahren, an dem sich Architekt:innen und Künstler:innen beteiligen konnten. Die Wünsche der Höchster;innen zum Charakter des künftigen Platzes wurden vor Beginn im März 2021 in einer Online-Veranstaltung des Stadtteilmanagements Höchst abgefragt und den Teilnehmenden als Anregungen mitgegeben.

Für die Umsetzung des Projektes hat die Stadt nach eigenen Angaben ein Budget von rund 350 000 Euro kalkuliert. Einen genauen Zeitplan könne man derzeit jedoch leider noch nicht nennen, hieß es. Die Arbeiten werden an zwei Orten ausgestellt. Noch bis Freitag, 25. März, 12 Uhr, sind die Beiträge im Atrium des Planungsdezernates, Kurt-Schumacher-Straße 10, zu sehen. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 8.30 bis 18 Uhr. In Höchst sind die Arbeiten außerdem vom heutigen Mittwoch, 23. März, bis Montag, 25. April, in der Stadtbücherei Bibliothekszentrum Höchst in der Michael-Stumpf-Straße 2 zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei ausgestellt.

Die Wettbewerbsergebnisse werden auch auf einer Veranstaltung am 7. April mit Stadtrat Mike Josef vorgestellt. bos

Wer Interesse an einer Teilnahme an der Veranstaltung hat, kann sich beim Stadtteilbüro Höchst, melden: Telefon 21 24 08 02 oder E-Mail an quartier-hoechst@naheimst.de.

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