1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Höchst

Ein Café fürs Höchster Fährmannshaus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Michael Forst

Kommentare

Der Höchster Fährmann Sven Junghans vor dem alten Höchster Fährhaus.
Der Höchster Fährmann Sven Junghans vor dem alten Höchster Fährhaus. © Maik Reuß

Sven Junghans will ein Café aus dem historischen Gebäude machen . Doch die Sanierung zieht sich weiter hin.

Das marode Fährmannshaus am Aufgang zum Höchster Schloss mag klein sein – doch Mieter Sven Junghans, zugleich Kapitän der Mainfähre, hat Großes damit vor. „Ich will ein Café daraus machen, das dem kulturhistorischen Wert des Hauses für den Frankfurter Westen und der ganzen Stadt gerecht wird“, verrät er seinen Traum.

Den hatte er ursprünglich noch nicht an die große Glocke hängen wollen. Denn zunächst muss das marode und derzeit nicht nutzbare Gebäude saniert werden – und darauf warten Junghans und mit ihm der Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) schon seit Jahren vergeblich.

Doch jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Denn als Ortsvorsteherin und CDU-Frau Susanne Serke im Römer in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag sich nach dem historischen Bau erkundigte, machte Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) die Idee des Fährmanns erstmals öffentlich: „Es ist angedacht, das Gebäude künftig einer adäquaten Nutzung, beispielsweise als Café, zuzuführen.“ Das Konzept, das Junghans vorgelegt habe, werde nun in einer Studie bewertet. Das Ergebnis soll im Sommer vorliegen.

Ursprünglich hatte die Stadt nur eine äußerliche Sanierung des Fährhauses und eine Instandsetzung der stark beschädigten Einfriedungsmauer geplant, dann aber festgestellt, dass hier mehr gefordert ist als bloßes Flickwerk. Eine „ganzheitliche Betrachtung“ des Gebäudes zwischen Maintor und Zollturm, das Teil der Höchster Stadtmauer ist, musste also her. Die sei inzwischen abgeschlossen, derzeit liefen, begleitet von den Denkmalbehörden, historische Bauuntersuchungen.

Die Ausschreibung für die Sanierung der Mauer sei für das Frühjahr 2022 geplant. Im vergangenen März waren unweit des Häuschen unbekannter Ursache Steine herausgebrochen und in der Folge war der eiserne Zaun, den sie stützten, abgeknickt. Seither steht davor bis heute als Fremdkörper auf dem Fußweg hinauf zum schmucken Schlossplatz eine rot-weiße Warnbake.

Trotz der Zusage hütet sich Sven Junghans vor Euphorie: „Seit sieben Jahren dränge ich nun bei der Stadt darauf, dass das alte Fährmannshäuschen endlich saniert und wieder nutzbar wird.“ Getan habe sich bisher nichts. Die Hoffnung mag er nicht aufgeben. Zumal, wie auch Serke in ihrer Anfrage schreibt, Eile auch wegen eines besonderen Jubiläums geboten wäre: Denn im nächsten Jahr jährt sich die urkundliche Ersterwähnung der Mainfähre zum 400. Mal. „ Wie könnte man diese Tradition besser würdigen und pflegen als in einem historischen Café – zumal eine Nutzung des Fährmannshauses als Wohnfläche schon ausgeschlossen wurde?“, fragt Junghans.

Er hat bereits detaillierte Pläne: Die Wände des „Fährhaus-Cafés“ will Junghans mit historischen Fotos schmücken, „die Geschichte der Fähre wird greifbar werden“. Und er mittenmang, als zukünftiger Wirt, der den Gästen bei Kaffee und Kuchen Geschichten vom Fluss erzählt. Die Fähre will er mit seinem Geschäftspartner weiter betreiben. Eine Gaststätten-Konzession bringe er ohnehin mit, schließlich verköstigt er Passagiere auch auf Ausflugsfahrten mit der „Walter Kolb“.

Auch interessant

Kommentare