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Bäume pflanzen statt Papier bedrucken

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Von: Michael Forst

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Bei der Wiederaufforstung am Herzberg packte Jung und Alt der TG Höchst mit an.
Bei der Wiederaufforstung am Herzberg packte Jung und Alt der TG Höchst mit an. © Michael Forst

Die Turngemeinde Höchst beteiligt sich an der Wiederaufforstung im Taunus und will zur Feier ihres 175. Geburtstags neue Stämme spenden.

Bäume pflanzen statt Papier bedrucken: Nach dieser Überlegung handelt die Turngemeinde Höchst (TG) im Jahr ihres 175. Bestehens – und macht sich in gleich zwei Aktionen stark für die Natur: Am gestrigen Montag beteiligten sich etwa 25 Sportlerinnen und Sportler zum „Internationalen Tag der Wälder“ an einer Wiederaufforstung am Herzberg im Taunus – zudem sammelt der Verein derzeit Spenden für 175 Bäume, die bald an Hessen Forst überreicht werden sollen.

„Wir fanden es richtig, in die Zukunft zu investieren statt in eine übliche Jubiläums-Festschrift, die dann doch schnell im Papierkorb landet“, bringt Pressewartin Katharina Becker die Überlegungen auf den Punkt. Gefeiert wird der stolze Geburtstag dennoch gebührend in diesem Jahr.

Eigentlich hatte der Verein in Frankfurt selbst pflanzen wollen, wie Becker berichtet. „Aber wegen Corona ruht in der Stadt leider alles in der Richtung“, sagt sie. Doch immerhin befindet sich der Taunus ja in direkter Nachbarschaft – und am Montag bei der Aufforstungsaktion am Herzberg mit anzupacken, machte allen Sportlerinnen und Sportlern viel Spaß.

Und das Fitnessprogramm gab’s inklusive – in Form des 20-minütigen Spaziergangs vom Parkplatz den Berg hinauf und bei der schweißtreibenden Pflanzaktion selbst. Unter fachkundiger Anleitung der Revierförster und Hessen-Forst-Mitarbeiter bearbeiteten die TG-Mitglieder mit Hacke und Spaten in Siebener-Gruppen den teils steinigen Boden auf einem halben Hektar Fläche, um junge Exemplare von Traubeneichen, Esskastanien und Rotbuchen zu setzen, also vorsichtig wieder einzubuddeln.

Den Fichten, die dort vorher standen, haben der Schädling namens Borkenkäfer und die zwei heißen Trockensommer den Garaus gemacht, wie Philip Gerhardt von Hessen Forst zur Einführung erklärte. „Damit hier nicht nur wieder Fichten nachwachsen, pflanzen wir heute bewusst klimastabile Baumarten, die mit den langen Trockenperioden besser zurechtkommen“, betonte Gerhardt.

Hatte am Vormittag als „erste Schicht“ noch eine Schulklasse vom Riedberg fleißig vorgelegt, gingen auch die TG-Sportlerinnen und -sportler sehr motiviert und gut gelaunt zu Werke – ältere Semester packten ebenso an wie Kinder. So hatte beispielsweise Katrin von der Turngemeinde ihre Tochter Alma dabei – und dafür einen guten Grund: „Es heißt doch, man sollte im Leben einen Baum gepflanzt haben – genau das machen wir beide heute“, erklärt die Mutter.

Für den Vorsitzenden der Turngemeinde Höchst, Thomas Bender, sind die Aktionen im Festjahr auch eine willkommene Gelegenheit, sich endlich einmal wieder der Öffentlichkeit zu zeigen. „Etwa 220 Mitglieder haben wir in den beiden Corona-Pandemiejahren verloren“, bedauert er. Zum Glück habe es aber auch viele Neuanmeldungen für den derzeit etwa 1700 Mitglieder zählenden Verein gegeben. „Finanziell stehen wir stark da“, betonte Thomas Bender stolz. Und so positiv soll es auch weitergehen.

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