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Ärger über geschlossenes Klo am Höchster Bahnhof

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Von: Michael Forst

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Hier am Höchster Bahnhof kann aktuell niemand sein Geschäft verrichten.
Hier am Höchster Bahnhof kann aktuell niemand sein Geschäft verrichten. © Michael Forst

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ kritisiert das Toiletten-Dilemma am Bahnhof scharf. Auch der Ortsbeirat ist sauer.

Seit Jahresbeginn hat sich’s ausgespült in der öffentlichen Toilette im Höchster Bahnhof: Das WC in der Bahnhofshalle ist zu. Grund ist die Insolvenz der Servicegesellschaft für Frankfurt und Grüngürtel (SFG), unter deren Dach die „Ffmtipptopp“ arbeitet, ein Dienstleister in der Gebäudereinigung. Denn dort waren bis zum Jahresende die Frau und der Mann beschäftigt, die die Toilettenanlage im Bahnhof zumindest in den Hauptverkehrszeiten am Laufen gehalten hatten.

Dass den beiden gekündigt wurde und die Toilette nun bis auf Weiteres geschlossen bleibt, sorgt nun unter anderem auch für Widerstand im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen). Der hat auf seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der SPD einstimmig verabschiedet, der den Magistrat auffordert, die Sanitäranlage so schnell wie möglich zu öffnen und von der FES betreiben zu lassen. „So wie etwa 30 andere Toiletten in Frankfurt, vorwiegend auch an S- und U-Bahnstationen“, wie es darin heißt.

Zur Wiedereröffnung gibt es für das Stadtteilgremium keine Alternative, denn bereits jetzt sei „die Umgebung des Bahnhofes stark durch Urin belastet“. Der Toilettenbetrieb müsse deshalb unbedingt fortgesetzt werden.

Und dem stehe auch nichts Entscheidendes entgegen, enthalte doch der seit 2021 bestehende Vertrag mit der FES zur Reinigung von Toiletten auch die Möglichkeit, weitere Toiletten in die Verantwortung des städtischen Dienstleisters zu geben.

Ein weiterer Antrag der Grünen, in dem sie eine Kompost-Toilette für den Bahnhof empfehlen, die der Stadt als Modellprojekt dienen könne, wurde hingegen zurückgestellt.

Harsche Worte für die Schließung hat derweil der Frankfurter Ableger des Fahrgastverbands „Pro Bahn“ gefunden. „Unfassbar“ nennt die stellvertretende Regionalvorsitzende Barbara Grassel das Geschehen in Höchst. Die Stadt arbeite seit 2016 an einem Toiletten-Konzept, das den eklatanten Mangel an solchen „Örtchen“ beheben solle und suche bislang vergebens nach Standorten.

In Höchst werde aber „eine bestehende, funktionierende, wenn auch sanierungsbedürftige WC-Anlage an einem zentralen Bahnhof dauerhaft geschlossen“, kritisiert Grassel. Ein Ersatz sei erst gar nicht mehr vorgesehen.

Nicht nur, dass es im Bahnhof auch Ladengeschäfte gebe, deren Inhaber:innen und Mitarbeiter:innen auch mal „müssen“. Vielmehr sei es sowohl für eine Großstadt als auch für die Bahn „unwürdig, an einer Umsteige-Station mit einer Fahrgast-Frequenz von geschätzten 40 000 Personen pro Tag keine WC-Anlage vorzuhalten“.

Zumal, wie Grassel hinzufügt, es in den S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen auch keine Toiletten gebe, weil der Verkehrsverband solche immer im Hinblick auf kurze Fahrzeiten und mit Hinweis auf die WCs an den Haltestellen in den Fahrzeugen für verzichtbar erklärt. Aus diesen Gründen fordere man DB, RMV und den Magistrat auf, „umgehend gemeinsam den dauerhaften Weiterbetrieb der Sanitäranlagen sicherzustellen“.

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