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Eine Orange, eindeutig filetiert, und somit keine Handgranate.

Gericht

Bizarrer Fall von versuchter Nötigung und Sachbeschädigung: Orangen als Handgranaten

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Anklage gegen einen Obst-Extremisten vor dem Amtsgericht Höchst.

Das Amtsgericht Höchst muss sich demnächst mit einem etwas bizarren Fall von versuchter Nötigung und Sachbeschädigung befassen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 49 Jahre alten Mann erhoben. Er soll im Mai 2018 laut Staatsanwaltschaft „eine freundschaftliche Beziehung“ zu einer 36-Jährigen unterhalten haben. Aber irgendwer habe das Gerücht in Umlauf gebracht, die beiden hätten „Sex miteinander gehabt“.

Da der Mann die Quelle dieses Gerüchts in Erfahrung bringen wollte, suchte er am 14. Mai die Frau in dem von ihr betriebenen Café in der Bolongarostraße auf. Um seine Wissbegier zu unterstreichen, führte er nicht nur eine Eisenstange mit sich, sondern auch zwei in Alufolie eingewickelte Orangen, die er zu Handgranaten erklärte, mit denen er „alle umbringen“ werde.

So weit kam es dann doch nicht: Nach kleineren Handgreiflichkeiten konnte die Frau das Café verlassen und suchte einen Freund auf, den sie bat, mit dem Wüterich zu reden. Der informierte stattdessen aber die Polizei und sagte der, dass sich in dem Café noch eine 47 Jahre alte Freundin der Frau befinde, die der 49-Jährige vermutlich als Geisel genommen habe.

Die Polizei rückte mit entsprechendem Aufgebot an und nahm den Mann fest, der bis dahin in seiner Wut Aschenbecher und Hocker in Höhe eines Gesamtschadens von 3500 Euro demolierte, aber auf das Zünden der Vitaminbomben verzichtete. Er saß drei Monate in U-Haft.

Ein Prozesstermin steht bislang noch nicht fest.

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