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Hochwasser in Nieder-Eschbach

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Von: Lukas Geisler

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Manche vermuten, die Brücke sei eine Fehlplanung, und nennen sie „Sperrwerk“.
Manche vermuten, die Brücke sei eine Fehlplanung, und nennen sie „Sperrwerk“. © Rolf Oeser

Starkregen führt zu Feuerwehreinsatz. Zwölf Keller wurden in kurzer Zeit geflutet.

Der Parkplatz der Sportanlagen des Stadtteils Nieder-Eschbach ist noch immer mit Schlamm und abgerissenen Ästen bedeckt. Sonst ist von dem Ereignis am Vortag nur noch wenig auszumachen. Am Tag zuvor hatte es auf Grund der starken Regenfälle Hochwasser gegeben, der Eschbach ist über seine Ufer getreten und hat zwölf Keller geflutet.

Henning Richter, 25, wohnt nahe des Eschbachs und äußert gegenüber der FR, dass es „von Jahr zu Jahr mehr wird“. Als er ein Kind war und es zu Hochwasser kam, hätte es nur ein Polizeiauto gebraucht. „Heute sind es Feuerwehrgroßeinsätze“, berichtet er über den Einsatz. Bei Joachim Hotzel, 69, der seinem Enkelsohn am Vormittag danach dabei hat, ist das Hochwasser bis vor die Haustüre gekommen. Für seinen Enkel war der Feuerwehreinsatz ein Spektakel. Passiert sei zum Glück nichts.

Markus Brinkmann von der Pressestelle der Feuerwehr berichtet über den Einsatz am Mittwochabend in Nieder-Eschbach. „Während dem zweistündigen Einsatz waren 50 Einsatzkräfte vor Ort“, sagt er. Mit dabei waren zwei Berufsfeuerwehren und sechs ehrenamtliche, die bei den zwölf Einsatzstellen gefordert waren.

„Der Bach muss renaturiert werden und es müssen Rückhaltebecken geschaffen werden“, sagt Tanja Raab-Rhein, die die Fraktionsvorsitzende der CDU des Ortsbeirats in Nieder-Eschbach ist. Ähnlich, wie Raab-Rhein sieht, es der stellvertretende Ortsvorsteher Jochen Haseleu, 72, von der unabhängige Wählervereinigung BFF. Ebenfalls bemängelt er, dass die Bachbrücke vor dem Sportplatz zu niedrig sei. Diese wird, wie er erzählt, seit Jahren „Sperrwerk“ genannt. „Wir sind der Meinung, dass da jemand was verbockt hat.“ Die besagte Brücke zwischen der Heinrich-Becker-Straße und auf dem Ried wurde 2011 neu gebaut. Seitdem war die Brücke immer wieder Thema im Ortsbeirat, denn, wie Raab-Rhein präzisiert, „staut sich das Wasser schnell zurück, so dass der umliegende Bereich komplett überflutet wird“.

Ihr stößt ebenfalls auf, dass der Ortsbeirat in verschiedenen Beschlüssen auf Eigeninitiative der Anwohner:innen verweisen würde. Sie ist der Meinung, „dass die Stadt endlich Verantwortung übernehmen sollte, um ihre Bürger zu schützen“. Die von ihr geforderten Rückhaltebecken wären in Nieder-Eschbach allerdings nur schwer umsetzbar. Auf der einen Bachseite stehen Häuser direkt an der Böschung. Auf der anderen Seite befindet sich die besagte Heinrich-Becker-Straße. Obwohl die Hochwassergefahr seit Jahren ein bekanntes Problem ist würden allerdings immer noch neue Baugenehmigungen verteilt. Raab-Rhein erklärt, dass das Wasser sich aus dem Taunus und Bad Homburg sammele und anschließend bei Regen fast wasserfallartig durch Nieder-Eschborn fließe. „Bad Homburg ist in der Pflicht, hier geeignete Maßnahmen zu schaffen“, sagt sie, doch es würde auch Zeit, dass „die Stadt eine gemeinsame Lösung mit Bad Homburg sucht“.

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