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Frauen hätten es schwer im Studierendenverband RCDS, das beklagen ehemalige Mitglieder. Foto: Michael Schick
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Frauen hätten es schwer im Studierendenverband RCDS, das beklagen ehemalige Mitglieder.

Hochschulen in Hessen

Hochschulpolitik: Frauen unter Druck

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Ehemalige Angehörige des konservativen Studierendenverbands RCDS beklagen sich über Sexismus und rechte Tendenzen im Verband. Die Vorstände in Frankfurt und Hessen sprechen von „Gerüchten“, konkrete Fälle seien nicht bekannt.

Zu große Nähe zur AfD, abfällige Bemerkungen über Frauen in Führungspositionen, Häme gegenüber Minderheiten. Aus dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) melden sich Stimmen zu Wort, die sich über Sexismus und rechte Tendenzen im Studierendenverband beklagen, der der CDU und Jungen Union nahesteht.

Der FR liegt ein entsprechender Beschwerdebrief an den Bundesvorstand vor, gezeichnet haben ihn ein Mann und eine Frau. Ihren Namen möchten sie nicht in der Zeitung lesen. Sie rechnen auch so schon mit Anfeindungen. Ausgetreten sind sie bereits. Der Schritt, an die Öffentlichkeit zu gehen, sei aber notwendig, finden sie.

Die beiden malen ein düsteres Bild. Manch Gruppenvorsitzender verbreite obskure Theorien von „Umvolkung“, bei der Einwanderer zur „Vernichtung von deutschen Werten“ beitrügen. Mitglieder des RCDS besuchten demnach Veranstaltungen der AfD und der Werteunion, leiteten dort auch Diskussionen. Frauen würden mit abwertenden Sprüchen bedacht.

Frauen in Führungspositionen hätten nur so lange Rückhalt, wie sie die männlichen Mitstreiter nicht verärgerten. Die wiederum gerierten sich als Macher und Lenker, von deren gutem Willen der Erfolg der Frau abhängig ist. Frauen seien in Kreuzverhöre geraten, vor Sitzungen zusammengebrochen, seien zum Weinen und zum Schweigen gebracht worden. So beschreibt es der Brief.

Vor ein paar Tagen ist in der „FAZ“ ein Artikel erschienen, der ähnliche Probleme in der Jungen Union schildert. Dort empfinden wohl ebenfalls manche Menschen das Klima als frauenfeindlich und diskriminierend.

Eine Antwort aus dem Bundesvorstand haben die RCDS-Kritikerin und der -Kritiker nicht erhalten, sagen sie. Natalie Krause, Vorsitzende des RCDS Hessen, und ihr Stellvertreter Oliver Palkowski, zeigen sich auf Anfrage der FR aber ernsthaft besorgt über die Vorwürfe.

„Diskriminierung, Rassismus und Sexismus haben keinen Platz im RCDS“, sagt Krause. Beide nähmen die Vorwürfe ernst und arbeiteten sie „lückenlos und konsequent“ auf. Nur seien ihnen keine konkreten Vorfälle bekannt. Die „Gerüchte“, die kennen sie, sagt Palkowski. Er sei auf Personen zugegangen, die sich dahingehend äußern, habe aber nie konkrete Fälle geschildert bekommen. „Das macht es uns schwer, zu handeln.“

Dennoch wird der RCDS eine interne Meldungs- und Beratungsstelle einrichten, sagt Palkowski. Das sei beschlossen, die Umsetzung komme noch. Wer sich lieber an eine Vertrauensperson aus der CDU oder der Jungen Union wenden möchte, könne das auch tun, sagt Krause. Die Junge Union hat dafür eigens ein Awareness-Team eingerichtet.

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