Das Künstlerhaus Mousonturm ist einer der Ausrichter des Festivals.  
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Das Künstlerhaus Mousonturm ist einer der Ausrichter des Festivals.  

Kultur

Hochkarätige Theaterkunst in Frankfurt und Offenbach

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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Das Festival „Theater der Welt“ kommt 2023 an den Main. Es präsentiert wegweisende Entwicklungen in Theater, Tanz und Performance.

Theaterfreunde dürfen sich auf ein ganz besonderes Ereignis freuen. Denn Frankfurt und Offenbach ist es gelungen, das Festival „Theater der Welt“ zu sich zu holen. Das nannte Matthias Wagner K, Direktor des Museums Angewandte Kunst, gestern bei der Bekanntgabe die „Documenta des Theaters“.

Das „Theater der Welt“, das alle zwei bis drei Jahre jeweils in einer anderen Stadt in Deutschland zwei Wochen lang wegweisende Entwicklungen in Theater, Tanz und Performance aus allen Kontinenten präsentiert, soll vom 29. Juni bis 16. Juli 2023 in beiden Städten abgehalten werden.

Frankfurt und Offenbach setzten sich im Bewerbungsverfahren des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI), das das „Theater der Welt“ für das Jahr 2023 erstmals formal ausgeschrieben hatte, gegen drei andere Städte durch. Beworben für die Region hatten sich das Schauspiel, das Künstlerhaus Mousonturm und das Museum Angewandte Kunst als gleichberechtigte Partner mit einem gemeinsam erarbeiteten Konzept. Deren jeweilige Leiter, Anselm Weber, Matthias Pees und Matthias Wagner K werden auch gemeinsam die Festivalintendanz übernehmen.

Joachim Lux, Präsident des ITI-Zentrums, begründete den Zuschlag für Frankfurt und Offenbach damit, dass beide Städte genau die Internationalität und Diversität abbildeten, die ins Zentrum der Festivalausgabe 2023 gerückt werden solle. Beides gerate durch das Erstarken von Nationalismus und Rechtspopulismus unter Druck und müsse auch auf künstlerischer Ebene verteidigt werden.

Gewinn für den urbanen Raum

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig begrüßte die Entscheidung für Frankfurt und Offenbach. „Das ist ein Gewinn für den urbanen Raum und eine Stärkung der demokratischen Öffentlichkeit“, sagte sie. Zudem sei besonders die Einbindung des Museums Angewandte Kunst als dritter Partner neben Schauspiel und Mousonturm erfreulich. Dies sei ein absolutes Novum, so ITI-Präsident Lux, und entspreche dem spartenübergreifenden Denken in den Künsten. Das Museum Angewandte Kunst soll für die Festspieldauer zu einem Performing Arts Center werden.

Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke sprach von einer „begeisternden Nachricht“ für seine Stadt und die Region. Er betonte, dass Offenbach zwar kein Staats- oder Stadttheater habe, wohl aber über eine vielfältige Kulturszene inklusive kleiner Profi-Theater sowie mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) über eine Elite-Einrichtung verfüge. Frankfurt und Offenbach sollen nicht als zwei nebeneinander liegende Festivalstädte mit aufgeteiltem Programm funktionieren, sondern künstlerisch bespielt werden. Beide Städte erhoffen sich vom „Theater der Welt“ auch nach dessen Ende neue Impulse.

Die Kosten für die Ausrichtung werden auf 4,4 Millionen Euro geschätzt. So viel sei, so Mousonturm-Intendant Pees, für das Festival 2020 in Düsseldorf veranschlagt worden, das nun coronabedingt auf 2021 verschoben werden musste. Die Grundfinanzierung soll jeweils zu etwa einem Drittel vom Bund, dem Land Hessen und den austragenden Städten getragen werden. Schauspiel-Intendant Weber sagte, es habe sich bereits ein Freundeskreis gegründet, der Sponsoren anwerben wolle.

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