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Bye bye Hobbit

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Von: Thomas Stillbauer

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Hobbit macht schon mal einen Umzugskarton klar. Für den Umzug braucht er dann natürlich einen neuen.
Hobbit macht schon mal einen Umzugskarton klar. Für den Umzug braucht er dann natürlich einen neuen. © Monika Müller

Der FR-Patenvogel Hobbit wird in absehbarer Zeit den Frankfurter Zoo verlassen. Der Trennungsschmerz wird für die Redaktion groß sein.

Wie sagt man so schön: Abschied ist ein schweres Schaf. Und darum müssen wir jetzt recht stark sein, denn dieser Abschied wiegt für die FR und ihre Leser mindestens so schwer wie ein Leithammel: Hobbit, unser Lieblingsvogel, unser Redaktions-Patentier, der Kea, der grüne Bergpapagei aus dem Zoo, der in hand- und mundwerklichen Dingen gewieft ist wie kein Zweiter – er wird Frankfurt verlassen.

Wann genau, ist offen, ebenso das Ziel des (Um-)Zugvogels. Was sagt Hobbit selbst dazu? „Kann ich mal deinen Kugelschreiber haben?“ Nein, aber im Ernst, warum der plötzliche Abwanderungsdrang? „Ich möchte einfach mal was anderes sehen. Außerdem steigt hier täglich die Gefahr, dass ein Oberbürgermeisterkandidat kommt und sich mit mir fotografieren lassen will. Vor denen ist ja bald nichts und niemand mehr sicher.“

Aus offizieller Sicht des Zoos waren allerdings weder politische Würdenträger noch Fernweh der Auslöser für Hobbits geplanten Umzug. Vielmehr saß der grüne Kerl seit einiger Zeit allein in seiner Voliere, nachdem Partnerin Myrthe nach einer mittellangen und eher unglücklichen kinderlosen Romanze verstorben war. Die Brüder Ikea und Blacky Fuchsberger, mit denen Hobbit 2011 triumphal im Frankfurter Zoo Einzug gehalten hatte, sind schon vor Jahren weitergeflogen in andere Zoos, auch der Stubenälteste Robin ist längst nicht mehr da.

„Ein Kea allein, das geht nicht auf Dauer“, sagt Zoo-Sprecherin Christine Kurrle. „Das sind ja sehr gesellige Tiere, die sich auch viel miteinander beschäftigen.“ Hinzu kommt, dass die Voliere dieser neuseeländischen Bergpapageien dringend saniert werden muss. „Die ist mal dran“, sagt Kurrle. Komfortabler für die Vögel soll sie werden, moderner auch als der einfache Großkäfig von heute.

FR-Patenvogel Hobbit als Fußball-Orakel

Im Zuge des Umbaus holt der Zoo ein neues Zuchtpaar. Hobbit soll anderswo ein neues Zuhause finden, hoffentlich mit Artgenossen, die Humor verstehen. Als sie vor knapp sechs Jahren nach Frankfurt kamen, waren die drei jungen Papageien eine spaßige Attraktion für die Besucher, ständig war etwas los, besonders wenn FR-Chefredakteur Arnd Festerling dem Patenvogel Geschenke zu Weihnachten und zu Ostern brachte. Oder wenn Hobbit als Orakel die Ergebnisse der Fußball-WM tippte.

Selbstverständlich wird die Rundschau ihrem grünsten Mitarbeiter vor dem endgültigen Abschied noch einen Besuch abstatten. Vielleicht springt dabei noch ein Tipp heraus, wie die Eintracht in der kommenden Saison abschneidet. Und in der Ferne, im neuen Domizil, wo auch immer, behalten wir unseren Hobbit natürlich im Auge. Oder zumindest im Herzen. Je nachdem. Kronberg wäre eher Auge, Lissabon eher Herz.

Werden wir unserem lieben Hobbit denn auch ein bisschen fehlen? „Komm mal näher ran, ich sag’s dir ins Ohr.“ Jaja, von wegen. Kein Mensch wird je das wunderbare Gefühl vergessen, wie der Schmerz langsam nachlässt, wenn ihm ein Kea ins Ohr gebissen hat.

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