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Einer von 480 000 Schwämmen im Einsatz.

Sport

Hitzeschlacht am Mainufer

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Die Rettungskräfte schieben beim Ironman Überstunden, um den Athleten zu helfen. Noch nie gab es so viele Aufgaben wie in diesem Jahr.

Noch am Montagmittag sind am Mainufer Spuren der Hitzeschlacht vom Vortag zu entdecken. Entlang des Mainkais liegen Hunderte der weißen Schwämme, die sich die Teilnehmer des Ironman zwecks Kühlung schnappen konnten. Die Organisatoren des Triathlons hatten auf der Radstrecke und der Laufstrecke nicht weniger als 480 000 Schwämme und zwölf Tonnen Eis bereitgestellt, damit die Triathleten ihre beanspruchten Körper herunterkühlen konnten. Es hat aber in vielen Fällen nicht geholfen.

Die 450 Helfer und 30 Ärzte, die für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Einsatz waren, hatten alle Hände voll zu tun. 49 Mal mussten Rettungswagen die umliegenden Krankenhäuser ansteuern, die Ärzte verzeichneten 300 Einsätze, dazu kamen 546 Hilfeleistungen von Infusionen bis zum Schienen eines gebrochenen Beins nach einem Sturz vom Fahrrad. In erster Linie hatten die Läufer Flüssigkeitsmangel oder erlitten Hitzschläge.

Die Helfer hatten insbesondere in den Abendstunden viel zu tun, wie Michael Sroka, Leiter des Einsatzes für das DRK, berichtete. „Wir haben erlebt, dass sich das Läuferfeld sehr weit auseinanderzog.“ Sonst sei der Paulsplatz als Treffpunkt für die Finisher gegen 16 Uhr sehr gut gefüllt gewesen, diesmal seien die Läufer zwei bis drei Stunden später ins Ziel gekommen. Auch kurz vor der Schließung des Ziels um 22 Uhr war noch einiges los. „Wir haben Überstunden geschoben, das kennen wir sonst nicht beim Ironman“, so Sroka. Für den Arzt ist dies aber auch ein Beleg dafür, dass die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Kräfte richtig einschätzten. „Die Sportler sind vernünftig und gut trainiert“, so Sroka, der daher auch die Frage, ob die Veranstaltung bei den Temperaturen hätte abgesagt werden müssen, verneint.

Renndirektor Pascal Morillon wusste zu berichten, dass es noch nie so viele Abbrüche gegeben hat. Die Zahl der Athleten, die aufgibt, liege sonst bei sieben bis acht Prozent, diesmal lag sie bei mehr als 28 Prozent. Von den 3000 gemeldeten Läufern waren nur 2700 an den Start gegangen, 2039 davon erreichten das Ziel.

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