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Acht Stunden und mehr sind die Ironman-Teilnehmer in der Hitze unterwegs. Zwischendrin hilft da nur ein kurzes Cooldown.

Ironman

Hitzeschlacht beim Ironman

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Zehntausende Zuschauer kommen am Sonntag nach Frankfurt.   

Nicht alle sind sich sicher, ob denn nun Jan Frodeno ins Ziel eingelaufen ist oder nicht. „Eigentlich ist er groß genug, dass man ihn erkennt“, sagt ein Herr, der wie viele andere am frühen Sonntagnachmittag in der Gluthitze am Frankfurter Römerberg steht.

Aber es ist eben sehr heiß und sehr voll, so dass man Frodeno nur sieht, wenn man sehr dicht am Zieleinlauf steht oder auf die Leinwand schaut, aber durch die Sonne ist das alles nicht so gut zu erkennen. Obwohl es knallheiß ist, sind Zehntausende Zuschauer da und wollen den Ironman sehen. Sie jubeln, schreien, klatschen. Eine junge Frau tanzt zu Macarena, dem legendären Sommerhit, der aus den Boxen dröhnt. Wenige Minuten, bevor Frodeno einläuft, hört man den Song „S&M“ von Rihanna. Ein Zuschauer sagt: „Ich mache ja auch gerne Triathlon, aber doch keine acht Stunden lang. Das ist echt ein bisschen zu krass.“ Seine Frau sagt: „In der Zeit bin ich nach New York geflogen.“

Einige stehen dicht gedrängt auf den Stufen des Touristen-Info-Centers. Hier ist etwas Schatten. Nur die ganz Harten setzten sich auf die Zuschauertribühne am Römerberg. „Bei mir klebt alles“, sagt eine junge Frau, während sie beim Laufen noch ihrer Freundin den Rücken mit Sonnenmilch eincremt.

Mit letzter Kraft wankt derweil der alte und neue Ironman-Europameister Frodeno auf dem Römerberg über die Ziellinie, reißt beide Arme in die Höhe und fällt auf den glühend heißen Boden – 7:56:02 Stunden voller Strapazen liegen da hinter ihm. „Am Ende war es ein wirklich, wirklich harter Kampf und trotzdem eines meiner schönsten Rennen“, sagt Frodeno im HR-Fernsehen. Die Entscheidung fiel bei knapp 40 Grad Hitze erst beim Marathon am Mainufer, 25 Kilometer vor dem Ziel.

Der Zweiplatzierte Sebastian Kienle sagt den treffenden Satz: „In meinem Kopf hätte man Eier kochen können.“ Und dann eine Schreckensnachricht: Die klar in Führung liegende Amerikanerin Sarah True bricht 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammen. Sanitäter tragen die 37-Jährige von der Strecke. Den Sieg nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 185 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern sichert sich Skye Moench aus den USA. Die Darmstädterin Daniela Bleymehl gibt auf. (mit dpa)

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