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Hitzewelle

Wetter: Kreative Lösungen für tropische Temperaturen in Frankfurt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Am Wochenende ächzt Frankfurt unter der enormen Hitze. Menschen jeden Alters finden ganz unterschiedlich Wege, um mit dieser Wetterlage umzugehen.

Frankfurt - Als der ältere Mann vor einem Schmuckgeschäft in der Hasengasse zusammenbricht, sind sofort Passant:innen und eine Geschäftsmitarbeiterin zur Stelle. Am Samstagnachmittag, das Thermometer zeigt Temperaturen jenseits der 30 Grad, hat der Mann offenbar einen Schwächeanfall erlitten. Er bekommt einen Becher Wasser und soll erst einmal am Boden ausharren, raten ihm die Umstehenden.

Trotz höchster Hitzewarnstufe zwei, vor der das hessische Sozialministerium gewarnt hatte, sind in der Innenstadt am Wochenende zahlreiche Menschen unterwegs. Heide Hutter und Fritz Bartl schlendern mit Eisbechern in den Händen über den aufgeheizten Asphalt Richtung Konstablerwache. Auf einer schattigen Bürgersteigseite begutachten sie Schaufenster von Geschäften. Das Paar aus Hainburg komme regelmäßig am Wochenende in die Großstadt. „Wir sind froh, dass es den Sommer hat“, sagt die 74-Jährige und schiebt hinterher: „Es ist schon heiß.“ Wie gewohnt seien sie in ihr Lieblingsfischlokal gegangen. Mit negativen Corona-Tests hatten sie drinnen einen Tisch reserviert. „Zu laut und viel wärmer“, sei es draußen, berichten die beiden. Als „nicht so voll wie sonst an Samstagen“, stuft der 72-Jährige die City an diesem Tag ein.

Diese Stand-up-Paddlerin vergnügt sich auf dem Main.

Wetter in Frankfurt: Dankbar für die Außengastronomie

Das lang vermisste Gastroangebot scheinen wieder viele zu nutzen, insbesondere draußen. Allerdings sind meist nur Tische im Schatten besetzt. Vor einer Eisdiele am Fischerplätzchen hat sich eine Schlange gebildet. Die beiden Freundinnen Anna und Thuy sitzen vor einem Café unter einem weißen Sonnenschirm. Weil die eine im östlichen und die andere im westlichen Frankfurter Umland wohnten, hätten sie sich in der Mitte verabredet. Das heiße Wetter: kein Grund zur Absage, zumal es zu Hause stickig sei und vor dem Café „vergleichsweise angenehm, ein Lüftchen weht“, wie Anna sagt. Sie wedelt sich mit einem Fächer weitere Luft zu und sagt: „Bei der Hitze will man sich nicht sonderlich viel bewegen“. Deshalb sei der Plan der beiden 25-Jährigen erst einmal sitzen zu bleiben. „Aushalten“, sei das Stichwort. Da kommt eine Bedienung an den Tisch, sagt: „Der blonde Engel“ und stellt ein Glas vor Anna ab. „O-Saft mit Vanilleeis“, klärt die Bestellerin auf. Thuys Strategie für die hochsommerlichen Temperaturen sei: „Kurze Klamotten“.

An der Friedberger Warte gibt es ordentlich Wasser.

Das hat sich wohl auch Tobias Sattel gedacht. Der 26-Jährige sitzt auf einem Grünstreifen am Main auf Höhe des Deutschherrnufers und schaut einem voll besetzten Partyboot nach, auf dessen engem Raum viele Leute tanzen und jauchzen. Ein Jetski röhrt vorbei. Einige Stand-up-Paddler:innen sind zu sehen, vereinzelt sogar Joggende. Sattels Garderobe für sein Sonnenbad: Shorts, Badeschlappen, Sonnenbrille. „Die Hitze muss man irgendwie aushalten“, sagt auch er. Kalte Umschläge auf Schläfen und Handgelenken, empfiehlt der Neu-Frankfurter. Mit seiner Freundin sei er erst letzten Monat aus Zwingenberg nach Sachsenhausen gezogen, „nur anderthalb Minuten von hier entfernt“. Weil die Wohnung „noch gar keinen Balkon“ habe, nutze er die „schöne Atmosphäre“ am Fluss. Verreisen sei in diesem Jahr berufsbedingt gestrichen, daher sein Motto: „Mainhattan als Urlaub“.

Auf Reisen wollen einige weiter oben am Walther-von-Cronberg-Platz auch verzichten. Von dort dringt Kindergeschrei hinunter ans Mainufer. Grund ist der Springbrunnen, der aus mehreren Fontänen im Boden kaltes Wasser auf das aufgeheizte Kopfsteinpflaster des Platzes sprüht.

Tyson darf angeleint dem Wasser nachjagen.

Hitzewelle in Frankfurt: Lautstark unter Fontänen

Kinder und Erwachsene kühlen sich unter den Fontänen, teils lautstark, ab. Ella (3), Gabi (6), Julie (6) und Selina (5) fänden zwar „Strand, Urlaub, Schwimmen“ noch besser. Doch ihre Eltern planten aufgrund der Corona-Pandemie lieber zu Hause zu bleiben. Den vier Mädchen ist aber anzusehen, dass sie auch an dem Wasserspiel ihre helle Freude haben. Außerdem werden sie von Ellas und Julies Mutter Anna Septimus mit Eis versorgt: „Ich versuche mich im Schatten aufzuhalten“, sagt sie und verschwindet in eine sonnenfreie Ecke. Gabis Mutter Bianca Fleschhut, die in der prallen Sonne sitzt, scheint die Hitze kaum etwas auszumachen. Sie sagt: „Es könnte noch heißer sein“. Die Sachsenhäuserin fügt hinzu: „Wir sind meistens hier“. Ohne Corona-Test und Buchung gebe es Erfrischung und „tolle Abwechslung mit vielen Kindern“.

Nach einem etwas kühleren Morgen ist es am Sonntag zunächst bedeckt und nicht mehr ganz so heiß. Im Günthersburgpark sind die Wasserspiele abgeschaltet. Trotzdem bildet der Park am frühen Nachmittag einen gewohnt großen Anziehungspunkt. Entblößte Sonnenbadende sitzen auf der Wiese. Gejoggt und spaziert wird tendenziell mehr als am Vortag am Main. Auf dem Bolzplatz gibt es ein informelles Boxtraining. Viele suchen aber auch heute schattige Plätzchen. Währenddessen streicht eine leichte Brise durch die Bäume. Vögel zwitschern dazu. Die Stadt und ihre Bewohner:innen scheinen nach Hitzestufe zwei etwas aufzuatmen. (Clemens Dörrenberg)

Rubriklistenbild: © Rolf Oeser

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