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Mit die besten und beliebtesten Orte zum Abkühlen sind Freibäder wie das Stadionbad.

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Hitzewarnung für Frankfurt: Diese kühlen Orte in der Stadt sollten Sie kennen

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Hitze und kein Ende: Wie kann man bei diesem Wetter am besten cool bleiben? Indem man die kühlen Orte in der Stadt aufsucht.

Gelbe, schwarze, pinkfarbene Regenschirme halten Frauen wie Männer hoch, als sie über dem Römerberg laufen. Ein bisschen sehen sie aus wie auf der Flucht. Auf der Flucht vor der Sonne. Die Schirme sind bei der beginnender Knallhitze am Dienstagmittag schon längst nicht mehr nur bei asiatischen Touristen als Must-Have-Accessoire zu sehen. Sie dienen als Schutz gegen Sonnenstich und frühzeitige Falten, vor allem wenn man seine Kopfbedeckung blöderweise zu Hause liegengelassen hat. Aber es gibt auch zum Glück ein paar kühlende Zufluchtsorte in der Stadt. Ja, sogar auf dem schattenfreien Römerberg.

Die Alte Nikolaikirche ist da sehr beliebt. „Wir haben sie zufällig entdeckt, als wir einen kühlenden Ort gesucht haben“, erzählt Adele Hofmann. Neben ihr auf der Kirchenbank sitzt Brigitte Stadler. Beide sind Teil vom Landfrauenverein Niedermittlau aus Hasselroth. „Wir machen heute einen Tagesausflug in Frankfurt, eben hatten wir eine Altstadtführung und schon da haben wir uns immer den Schatten entlang bewegt“, sagt Stadler. Und weil sie noch ein paar Minuten Zeit haben, bis es auf Schifffahrt auf den Main geht, entspannen sie eben in der kleinen Kirche. „Die Kirche ist ein kühler wie ruhiger Ort für eine Hitzepause“, sagt Hofmann.

Alte Nikolaikirche: Abkühlen statt beten

Auch noch ganz angenehm kühl ist die Alte Nikolaikirche.

Aber ruhig ist es nicht wirklich, einige Besucher unterhalten sich leise miteinander, andere posieren für Fotos vor dem Altar. „Noch ist es kühl in der Alten Nikolaikirche“, sagt Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers. Denn die Sandstein-Mauern hätten die Eigenschaft Kälte für einige Zeit zu speichern. „Aber wenn die Hitze anhält, wird auch hier die Wärme gespeichert“, sagt sie. Von 10 bis 20 Uhr habe die Kirche täglich geöffnet. „Und ja an heißen Tagen kommen viele Besucher, um einfach aus der Sonne zu sein.“ Dass diese dann nur zum Abkühlen statt zum Beten kommen, findet sie nicht schlimm. „Ganz im Gegenteil und wer weiß, was für Erfahrungen die Menschen dann hier beim Abkühlen machen. Vielleicht wirkt der Heilige Geist doch auf sie“, sagt sie und lacht.

Läuft man dann auf die Zeil, beginnt der Schweiß fies zu laufen. „Ich gehe immer von einem Laden mit Klimaanlage zum nächsten. Dann ist auch das Shoppen erträglich“, sagt die 21-jährige Sandra aus Hanau. Sie sitzt auf einem der roten Sitzkissen, die unter der Rolltreppe im Bekleidungsgeschäfts Bershka stehen. Eine Mode-Oase für junge Frauen in MyZeil. Auf den Stangen hängen bauchfreie Spitzen-Tops, die man zu knappen Shorts kombinieren kann. „Ich suche noch was für meinen Türkeiurlaub. Normalerweise gehe ich bei diesen Temperaturen lieber an den See oder ins Freibad.“

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Ansonsten geht immer auch noch Sonnenschirm.

Und da ist wenige Tage vor den Sommerferien einiges los. „Am Sonntag hatten wir in unseren sieben Freibädern 23.000 Besucher, für diesen Mittwoch, an dem es 40 Grad werden sollen, rechnen wir mit 20.000 Besuchern“, sagt Ajsela Jukovic, Sachbearbeiterin bei Bäderbetriebe Frankfurt. „Klar, sind bei diesen Temperaturen die Freibäder eine Riesenanlaufstelle. Außer den Parks und dem Mainufer gibt es in der Stadt wenig Optionen gerade für Familien“, sagt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt. „Die aktuelle Wassertemperatur beträgt so zwischen angenehmen 22 und 24 Grad, da gibt es bei den Bädern bei der Hitze keinen großen Temperaturunterschied“, betont er. Und weil es eben heute und die nächsten Tage so heiß in der Stadt wird, wollen sie auch für die Besucher länger öffnen. 

„Heute bis mindestens Freitag hat das Brentanobad in Rödelheim eine Stunde länger auf. Also bis 21 Uhr.“ Auch andere Freibäder sollen länger aufbleiben, aber das müssten sie je nach Personallage entscheiden. Alle sieben werden es aber nicht sein. „Wir müssen auch auf unsere Mitarbeiter achten. Denn die Schichten an so heißen Tagen mit so vielen Besuchern, sind für sie sehr anstrengend“, betont Zielinski. Dirk Mommertz, zweiter Vorsitzender des Kneipp-Vereins Frankfurt empfiehlt derweil zum Abkühlen Wassertreten und Armbäder. „Das bringt die Körpertemperatur runter und regt den Blutkreislauf an, so dass man frisch und fit bleibt.“ Möglich sei das im Kneip-Becken im Riedbad in Enkheim. Aber auch zu Hause könne man ein Armbad machen. „Einfach kaltes Wasser ins Waschbecken füllen und den Ellenbogen 30 Sekunden reinhalten.“

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Ansonsten kann man auch ins Kino gehen. „Das erste, was die Leute bei dem heißen Wetter fragen, bevor sie das Ticket kaufen, ist: ‚Sind die Räume gekühlt?‘“, erzählt Rainer Koch, Angestellter bei den E-Kinos an der Hauptwache. Sind sie. Derweil sitzt Katja Bayoudia mit ihrem Mann unter einem Baum am Mainufer. „In meinem klimatisierten Büro ist es kalt, da nutze ich die Mittagspause, um mich aufzuwärmen.“

Hitzewarnung

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden heute in Hessen am vierten Tag in Folge gefühlte Temperaturen über 32 Grad erwartet. Damit wird die Hitzewarnstufe 2 erreicht. Das teilte das Ministerium für Soziales und Integration mit. Heute soll es bis zu 37 Grad heiß werden.

Vor extremer Hitzebelastung in den nächsten Tagen wird daher gewarnt. Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung sei insbesondere in den dicht bebauten Stadtgebieten in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Wiesbaden zu rechnen. Besonders Kinder und ältere Menschen sollten sich vor der Hitze schützen. rose

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