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Himmlischer Frieden, wenigstens hier in Frankfurt

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Von: Thomas Stillbauer

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Licht, Schatten, Ornamentik im Pavillon.
Licht, Schatten, Ornamentik im Pavillon. © Susanne Oehlschläger

Eine Ausstellung mit Fotografien des Chinesischen Gartens im Bethmannpark. Es geht viel um fernöstliche Philosophie – die chinesische Politik bleibt außen vor.

Wie schön sie geworden ist, die Orangerie im Bethmannpark. Natürlich schon seit geraumer Zeit fertig saniert, aber auch so ein Corona-Fall, sagt Klaus Kugler, gute Seele im Park und „Pflanzendoktor“ mit Sprechstunde jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr. Wie so vieles in den vergangenen zwei Jahren war die Orangerie für eine Weile nicht so gut zugänglich wie in pandemiefreien Zeiten.

Aber sie ist es inzwischen wieder – und sie hat jetzt eine zusätzliche Attraktion. Fotos von Susanne Oehlschläger aus dem Chinesischen Garten im Bethmannpark sind dort zu sehen. Keine gewöhnlichen Fotos. Es sind Aufnahmen in Sepia-Technik, nicht schwarz-weiß, sondern in braun-gelblichen Farbabstufungen, die dem Garten eine besondere Stimmung verleihen.

Dreiklang eingefangen

„Der Gedanke kam mir, als ich dort fotografiert habe“, sagt die Fotografin und Bildredakteurin am Mittwoch bei der Vernissage. Die besondere Farbgebung, war ihr Gedanke, könnte den Dreiklang des Ortes noch beeindruckender zeigen. Architektur, Wasser und Vegetation, sagt sie, seien die drei Bestandteile der klassischen chinesischen Gärten, aber auch der chinesischen Philosophie: die Harmonie der Welt als Ganzes darzustellen, kombiniert zu jeweils einem Drittel aus den drei Elementen.

Zu sehen ist auf den acht Fotografien in der Orangerie – und auf vielen weiteren auf der Internetseite der Künstlerin – vor allem das Spiel von Licht und Schatten, zu sehen sind Gebäude, Wasser, Ornamente, Strukturen, nur einmal erscheint ein Mensch: eine Frau in traditioneller Kleidung, aber keine Chinesin, sagt Susanne Oehlschläger. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ist bei der Eröffnung begeistert. „Ich war hin und weg“, sagt sie, „sofort verschossen in diese schönen Fotos.“ Und sie erinnert daran, wie der Chinesische Garten vor fünf Jahren in Flammen stand, Teil der Brandserie durch einen bis heute unbekannten Täter. „Wir haben Tränen vergossen.“

Philosophie, nicht Politik

Susanne Oehlschläger fand in der Corona-Zeit Ruhe in diesem Park. Sie fotografierte in der ersten Jahreshälfte 2020, frühmorgens, ganz allein, wenn die Sonne im Osten aufging und auf die fernöstliche Kultur schien. Die chinesische Politik, betont sie, spiele für sie in diesem Zusammenhang keine Rolle.

Die Ausstellung „Silvermood Peace – Im Garten des Himmlischen Friedens“ in der Orangerie des Bethmannparks ist bis September zu sehen: Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mehr Fotos der Serie online: www.silvermood.com

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