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Hilfskonvoi startet aus Frankfurt

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Von: Steven Micksch

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Die Stadt Frankfurt unterstützt ihre polnische Partnerstadt Krakau mit medizinischen Materialien für die Ukraine. Eine 1000 Kilometer lange Strecke, die der Konvoi bewältigen muss.

In Frankfurt ist am Freitag ein Hilfstransport mit medizinischen Materialien im Gesamtwert von mehr als 100 000 Euro nach Krakau aufgebrochen. Von dort aus werden die Güter unter Federführung der polnischen Stadt direkt in die Ukraine weitertransportiert. Die Frankfurter Partnerstadt hatte um Unterstützung gebeten, um ihren ukrainischen Partnerstädten Kiew, Lviv sowie weiteren Städten in Not zu helfen.

Die Abteilungen Logistik und Bevölkerungsschutz der Branddirektion beschafften in nur wenigen Tagen die zahlreichen konkret angeforderten medizinischen Verbrauchsmaterialien, berichtet die Stadt in ihrer Mitteilung. Auf den 16 großen Transportpaletten befinden sich vor allem Sets zur Behandlung von Kriegsverletzungen wie Verbrennungen oder Knochenbrüchen, aber auch etwa für die medizinische Betreuung von Geburten.

Der Konvoi werde von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr und Berufsfeuerwehr auf der 1000 Kilometer langen Strecke begleitet. Auf der Hinreise erfolgt ein Zwischenstopp beim sächsischen Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes in Dresden, der seine Unterstützung zugesagt habe. Nach Ankunft in Krakau am Samstagnachmittag, werden die Güter umgeladen und mit Lastern in die Ukraine gebracht.

Nach der Übergabe der Hilfsgüter erfolge die Rückreise der Frankfurter Feuerwehr über die Stadt Wroclaw (Breslau), wo auf einer Feuerwache ein weiterer Zwischenstopp eingeplant ist. Mit der Rückkehr der Transporteinheit am Katastrophenschutzlager in Frankfurt wird am späten Sonntagabend gerechnet.

Neben der Stadt leisten weiterhin viele Privatpersonen, Initiativen und Vereine Hilfe für die Menschen in und aus der Ukraine. Der TuS Makkabi beispielsweise hat 400 Flüchtlinge in Hotels oder privat untergebracht. Vorstandsmitglied Boris Schulman fordert für die Hotels aber endlich Klarheit bei der Finanzierung. Es herrsche Unsicherheit bei der Frage der Kostenübernahme für Unterbringung und Verpflegung.

Unterdessen steigen die Zahlen ukrainischer Kriegsflüchtlinge in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen weiter: Seit Kriegsbeginn kamen dort 4700 Geflüchtete an, wie das Regierungspräsidium Gießen dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag auf Anfrage mitteilte. Aktuell leben etwa 3300 ukrainische Flüchtlinge an den Erstaufnahmestandorten. Allein im Erstversorgungszentrum an der Frankfurter Messe sind derzeit 1000 Betten belegt.

Die Zahlen stellten „für alle Beteiligten eine Ausnahmesituation und große Herausforderung dar“, sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums, Thorsten Haas. Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH) verfüge derzeit hessenweit über sieben Standorte.

„Die Aufnahmekapazitäten der Standorte der EAEH sind nahezu erschöpft“, sagte Haas. Daher würden die Menschen aus der Ukraine in die neu errichteten Notunterkünfte in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Wetterau, Vogelsberg und Hochtaunus gebracht. Die Notunterkünfte bieten jeweils Platz für bis zu 1000 Flüchtlinge. Weitere Unterkünfte sollen ab Montag im Lahn-Dill-Kreis sowie in Limburg-Weilburg zur Verfügung stehen. Auch hier sollen je 1000 Menschen Platz finden, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag.

Nach jetzigem Stand würden größere Personengruppen, die nicht bei Verwandten oder direkt in kommunalen Einrichtungen unterkommen können, zunächst in der EAEH in Gießen aufgenommen, berichtete Haas. Dort werde ihre Identität festgestellt, sie erhielten medizinische Hilfe und auch ein Impfangebot. Es sei das Ziel, die geflüchteten Menschen aus der Ukraine „so schnell wie möglich“ den zuständigen Landkreisen und Städten zuzuweisen.

Bisher seien in der Erstaufnahme keine unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden aus der Ukraine eingetroffen. Sollten minderjährige Flüchtlinge ankommen, würden sie in die Obhut des zuständigen Jugendamtes übergeben. mit kna

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