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Gegen Gewalt an Frauen: Frankfurt baut Hilfsangebote aus

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Von: Florian Leclerc

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Das Frauenreferat wirbt unter anderem für mehr Wertschätzung von Alleinerziehenden. Foto: Monika Müller
Das Frauenreferat wirbt unter anderem für mehr Wertschätzung von Alleinerziehenden. © Monika Müller

Frankfurt ist die erste Stadt in Deutschland, die eine Koordinierungsstelle für die Umsetzung der Istanbul-Konvention ins Leben gerufen hat. Es geht um den Schutz von Frauen vor Gewalt.

Frankfurt – Im Jahr 2021 wurden in Hessen 10 410 Fälle von häuslicher Gewalt registriert, 81 Prozent der Betroffenen waren Frauen. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik der hessischen Landespolizei hervor. Demnach gab es vier Prozent mehr Fälle als im Vorjahr.

Damit das nicht so bleibt, hat sich die Stadt Frankfurt der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen angeschlossen. Eine Koordinierungsstelle im Frauenreferat hat im Oktober die Arbeit aufgenommen. Die Referentinnen Elena Barta und Gloria Schmidt haben im Ausschuss für Wirtschaft, Recht und Frauen davon berichtet.

Umsetzung der Istanbul-Konvention in Frankfurt: Behörden enger verzahnen

Demnach sollen in den Frauenhäusern 20 zusätzliche Plätze sowie zwei umgewandelte Plätze geschaffen werden. Das Projekt sei zunächst auf zwei Jahre befristet. Die Koordinierungsstelle bereite auch eine Fachtagung zum Thema häusliche Gewalt und Umgangsrecht vor. Bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention gelte es, die Behörden und Institutionen, die mit Prävention, Intervention, Schutz und Strafverfolgung beschäftigt seien, enger zu verzahnen, so die Referentinnen. Der Prozess werde dezernatsübergreifend angelegt. Die Zivilgesellschaft soll eingebunden werden. Ein externes Monitoring soll die Arbeit der Koordinierungsstelle evaluieren.

Frankfurt ist die erste Stadt in Deutschland, die eine Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention ins Leben gerufen hat“, sagte Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Sie hoffe auf weitere Angebote in Hessen und im Bund.

Umsetzung der Istanbul-Konvention in Frankfurt: Frauenreferat bietet Unterstützung

Das Frauenreferat ist erreichbar unter 069 / 212-41399 sowie per E-Mail: info.frauenreferat@stadt-frankfurt.de. Hilfsangebot für Mädchen und Frauen in Not unter www.frankfurt.de, dann nach „Beratungs- und Unterstützungsangebote bei sexueller und häuslicher Gewalt“ suchen.

Vor allem die Corona-Pandemie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt zugenommen hat. Hilfesystem sind zum Teil durch die gestiegene Nachfrage überlastet. (Florian Leclerc)

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