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Moses Pelham beim Servieren der reichlich gefüllten Teller mit veganem Essen.
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Moses Pelham beim Servieren der reichlich gefüllten Teller mit veganem Essen.

Soziales Engagement

Moses Pelham macht mit: Hilfsaktion für Bedürftige in Frankfurt

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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Der Musikproduzent Moses Pelham und die Bernd-Reisig-Stiftung organisieren eine Impf- und Essaktion für Bedürftige im Ratskeller am Frankfurter Römer.

Frankfurt - Jürgen Neitsch sieht zufrieden aus. „Das schmeckt ganz hervorragend, ganz hervorragend“, sagt der 73-jährige Rentner. Er stochert im Gemüse herum. Was genau das ist? „Irgend so ein Gemüse“, murmelt er und schneidet eine Scheibe von seinem veganen Schnitzel ab. „Und irgend so ein Schnitzel.“ Alles auf seinem Teller ist vegan: der Kartoffel- und der Krautsalat, das Schnitzel, die Soße, der bunte Salat und oben drauf der gebackene Blumenkohl.

Neitsch sitzt mit weiteren rund 200 Gästen im Römer-Ratskeller, der gut besucht ist. Vereinzelt sind noch ein paar Plätze an den Tischen frei. Die Idee der veganen Ess- und Impfaktion stammt vom Musikproduzenten Moses Pelham. Die Idee ist angelehnt am alljährlichen Weihnachtsgansessen, das durch die Bernd-Reisig-Stiftung jährlich organisiert wird. „Ich habe beim Weihnachtsgansessen gekellnert. Ich finde das auch großartig, aber als Veganer tue ich mich da etwas schwer“, sagt Pelham.

Gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern wartet er darauf, bis es mit dem Servieren der Teller endlich losgeht. Pelham blickt in Richtung der Essensausgabe. Dort steht der Koch Nir Rosenfeld. Er ist Inhaber von drei veganen Restaurants in Frankfurt. Dazu zählt unter anderem das Kuli Alma im Dornbusch. „Ich bin ein großer Fan vom Kuli Alma, und das Großartige ist, dass Nir das Essen spendet“, sagt Pelham und lächelt zufrieden.

Frankfurt: Obdachlose und Bedürftige vom Impfen überzeugen

Hinter der Idee der Essensaktion stecke aber auch, Obdachlose und bedürftige Menschen vom Impfen zu überzeugen, sagt Bernd Reisig. Die Hälfte der Gäste seien bereits geimpft. Aber: „Viele haben wirklich eher Angst vor den Impfreaktionen, als sich mit dem Virus zu infizieren. Wir wollen ihnen etwas die Angst nehmen und sie immer wieder daran erinnern, dass es wichtig ist, sich impfen zu lassen.“ Doch niemand der hier Anwesenden solle dazu gedrängt werden, betont Pelham bei einer kurzen Ansprache, bevor die gefüllten Teller an die Wartenden verteilt werden. „Ich stünde nicht hier, wenn ich ausschließlich Dinge anböte, die ich nicht selbst nutze“, sagt Pelham.

Umringt von veganem Essen: Moses Pelham (l.), Nir Rosenfeld vom Kuli Alma und Bernd Reisig.

Auch Reisig bedankt sich noch einmal bei Rosenfeld und seinem Team für das gespendete Essen. „Ich habe das Gericht bei einem Probeessen gekostet und es war sehr, sehr lecker.“ Dann versucht Reisig doch noch, zum Impfen zu motivieren. „Dieses Jahr findet das Weihnachtsgansessen im Ratskeller statt. Allerdings nur unter der 2G-Regel. Wir müssen uns daran halten, weil der Platz gering ist und wir viele Leute erwarten“, sagt Reisig. Einige der Anwesenden applaudieren.

Frankfurt: Impfangebot angenommen

Neitsch jedenfalls hat das Impfangebot sofort angenommen. „Ich habe die dritte Impfung eben gerade erhalten.“ Von der heutigen Aktion habe er in seinem Stammcafé am Affentorplatz in Sachsenhausen erfahren. Dann lächelt er und erzählt von seinem früheren Leben. 20 Jahre habe er in der spanischen Hauptstadt Madrid gelebt. „Ich war mit zwei Spanierinnen verheiratet. Mein Sohn wurde in Madrid geboren. Der hat studiert und ist nun Manager bei Bayer“, erzählt Neitsch.

Seinem Sohn und seiner Familie gehe es finanziell sehr gut. „Mein Sohn und meine Enkel sind abgesichert. Das ist alles, was für mich zählt.“ Seine Rente sei nicht hoch, aber „mir reicht das. Mir geht’s gut.“ Er sei gelernter Kürschner, erzählt er und fragt, „wissen Sie überhaupt, was das ist?“. Die Antwort wird verneint. „Ich habe Pelzmäntel hergestellt. Zu Hause habe ich noch eine Maschine. 8000 Mark hat die damals gekostet“, sagt er mit erhobenem Zeigefinger. (Stefan Simon)

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