Skulptur

Museumsufer Frankfurt: Der „Pre Bell Man“ ist wieder da

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Der „Pre Bell Man“ steht wieder vor dem Museum für Kommunikation am Sachsenhäusener Museumsufer.

Er ist wieder da: Nach sieben Jahren im Depot kehrt die Skulptur „Pre Bell Man“ des US-amerikanischen Künstlers Nam June Paik vor das Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53, in Frankfurt am Main zurück. Genauer gesagt ist es allerdings nur noch eine Kopie des Kunstwerks von 1990. Eine Sprecherin des Museums betont, die originale Skulptur sei zu empfindlich, um sie dauerhaft den Witterungseinflüssen auszusetzen.

Allerdings: Von 1990 bis 2012 hatte das Original auf dem Platz vor dem Museum gestanden. Mit einer Höhe von 4,10 Metern ist sie eine der größten skulpturalen Arbeiten des US-Künstlers koreanischer Herkunft, der 2006 gestorben war.

Die Rückkehr des „Pre Bell Man“ feiert das Museum mit einer begleitenden Ausstellung von Medienkunst aus den Jahren 1960 bis 2018. Sie wird am heutigen Mittwoch, 5. Juni, um 19 Uhr eröffnet. Zu sehen sind bis zum 19. Januar 2020 Arbeiten aus der Kollektion des Frankfurter Sammlers Mario von Kelterborn.

Der „Pre Bell Man“ selbst war eine Auftragsarbeit zur Eröffnung des Museums für Kommunikation im Jahre 1990. Die Plastik ist aus Objekten, Geräten und Bauteilen von Radio- und Fernsehgeräten aus den Sammlungen des Museums entstanden. Die Figur des Pferdes hatte Paik preiswert im Trödel gekauft.

In der Ausstellung im Inneren des Museums erwarten die Besucherinnen und Besucher zahlreiche Videoprojektionen und Filme aus den 60er Jahren bis hin zur Gegenwart. Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler sind beteiligt.

Etwa Mariana Vassileva: Sie zeigt in „Traffic Police“ zwei Polizeibeamte, deren Gesten und Zeichen zur Verkehrsregelung auf einer belebten Straße in Mexiko City leider von den Autofahrern gar nicht beachtet werden.

Oder der Film „Im Schiffbruch nicht schwimmen können“ von Marcel Odenbach von 2011: Er spielt auf die große Flüchtlingsbewegung über das Mittelmeer an und bedient sich dafür des historischen Gemäldes „Das Floß der Medusa“ von 1819, das im Pariser Louvre hängt.

Fast eine Viertelstunde dauert das Video mit dem schlichten Titel „o. T.“ von Friedrich Kunath. Da kämpft ein Schneemann – oder besser eine Figur in einem entsprechenden Kostüm – in einer Wüste unter gleißender Sonne ums Überleben und schleppt dabei einen Koffer mit. Auch dieser Film von 2009 lässt sich als Verarbeitung der Flüchtlingsbewegung lesen.

„Alles ist gut“ ist der lakonische Titel des Videos von Natalie Djurberg. Menschen werfen Steine von einem Berg und begraben damit langsam einen Holzfäller. Djurberg wurde durch ihre Puppen bekannt, die sie aus Plastilin und Ton gestaltet.

Eine wirkliche Rarität sind Super-8-Aufnahmen von insgesamt 18 Städten. Sie wurden vor Auftritten der von Kunststudenten in Berlin gegründeten Band „Die tödliche Doris“ gezeigt. Sie hat nur von 1980 bis 1987 existiert, in dieser kurzen Zeit aber Musik- und Kunstgeschichte geschrieben. Die Bilder zeigen etwa Sehenswürdigkeiten von Berlin, wobei der Reiseführer-Text und die Bilder oft nicht zueinanderpassen ...

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