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Hilfe bei Schreibblockaden

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Stephanie Dreyfürst (li.) lässt gerne nachts  hausarbeiten.
Stephanie Dreyfürst (li.) lässt gerne nachts hausarbeiten. © Oeser

Die Uni-Zentren in Frankfurt und Darmstadt laden ein zur „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Eine Aktion, mit der sie Studenten im Prüfungsstress auf kreative Art helfen wollen, die weit verbreitete „Aufschieberitis“ zu bekämpfen.

Von Astrid Ludwig

Stephanie Dreyfürst ist der Typ Eichhörnchen. „Der ist sehr flexibel, schreibt mal hier ein paar Sätze und mal da.“ Eine Art Text-Sammlerin. Das Problem dabei: „Das Eichhörnchen schiebt gerne schwierige Passagen vor sich her und verliert auch schon mal den Überblick“, lacht sie. Die Germanistin ist eine der zwei Leiterinnen des Schreibzentrums der Goethe-Universität. Die Frankfurter gehören zu den 13 Uni-Schreibzentren bundesweit, die sich am 1. März an der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beteiligen. Eine Aktion, mit der sie Studenten und Studentinnen im Prüfungsstress auf kreative Art helfen wollen, die weit verbreitete „Aufschieberitis“ zu bekämpfen.

Tipps für die Gliederung

Ihre Eichhörnchen-Mentalität hat die Germanistin im Griff. Dreyfürst, ihre Kollegin Nadja Sennewald und die 12 Tutoren und Dozenten des Zentrums sind speziell ausgebildet, um Studierende aus Schreibblockaden zu holen oder ihnen Tipps und Anregungen in Stilfragen oder für die richtige Gliederung von Texten zu geben.

Seit 2009 gibt es das Schreibzentrum auf dem Campus Westend, um Studenten beim Verfassen von Hausaufgaben, Bachelor- oder Doktorarbeiten zu unterstützen. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn jemand etwas von Sprachen versteht, von Jura oder Soziologie, kann er sein Wissen noch längst nicht in klar strukturierte Worte fassen. „Wissenschaftliches Schreiben ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Dreyfürst. Schreibzentren an Hochschulen sind ein „expandierender Zweig“. „Es gibt eine ganze Reihe von Neugründungen“, so die Germanistin.

Dreyfürst und Kollegen wollen Studierenden helfen, „mit Lust und Systematik den eigenen Stil in der Wissenschaftssprache zu finden“. Viele scheiterten am Perfektionsanspruch, weil sie auf Anhieb ganze, gut formulierte Sätze zu Papier bringen wollten. Muss gar nicht sein, sagt sie. Entspannt beginnen kann man mit Rohfassungen oder Vorformulierungen. „Die perfekte Art, in einen Text einzusteigen, gibt es ohnehin nicht.“ Die Leiterin unterscheidet vier Schreibtypen: neben dem Eichhörnchen den Abenteurer-, Goldgräber- oder Zehnkämpfer-Typ. „Wir haben für jeden Hilfe parat.“

Das Team assistiert beim Einstieg ins Schreiben oder wenn gar nichts mehr geht. „Es gibt gute Ad-hoc-Übungen, um Schreibblockaden aufzuheben“, sagt die Germanistin. Auch beim Zitieren helfen die Schreibberater. „Für die Plagiats-Affäre waren wir eigentlich dankbar. Viele Studenten fragen jetzt: Wie mache ich das richtig?“

Nur die Form interessiert

Das Team berät hinsichtlich der Form, nicht beim Inhalt, betont Dreyfürst. Auch wenn das Zentrum fächerübergreifend ist – die Naturwissenschaftler sind außen vor. Sie haben ihre eigene Anlaufstelle am Campus Riedberg. Denn ihre wissenschaftlichen Texte unterscheiden sich stark von denen der Geistes-, Sozial- oder Gesellschaftswissenschaftler.

Der Ansturm auf die „Lange Nacht“ ist groß. 40 Plätze gab es 2011, bei 170 Interessenten. Jetzt stehen 120 Plätze zu Verfügung. Der Abend beginnt um 20 Uhr, Ende offen.

Über 100 Plätze hält auch das Schreib-Center der TU Darmstadt vor, jedoch von 12 bis 24 Uhr. 14 Berater assistieren hier in Workshops auf Deutsch und Englisch, zwischendrin gibt es Yoga und Power Walks. Wie die Frankfurter sind auch die Darmstädter ganzjährig ansprechbar. Sogar mehrsprachig, online und via Skype.

Anmeldungen für die Lange Nacht an der Goethe-Uni über dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de, an der TUD über sballweg@spz-tu-darmstadt.de.

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