Frankfurt

Hilfe für junge Familien in Frankfurt

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Das Projekt Babylotse sichert Kindern seit fünf Jahren einen guten Start ins Leben. Die Lotsinnen wissen, welches Angebot es wo gibt. Es gibt auch Ausbaupläne für die Zukunft.

Wenn ein Paar ein Kind bekommt, ist das in der Regel mit viel Freude verbunden – aber oftmals auch mit vielen Fragen. Manche Mutter oder mancher Vater fühlen sich dann überfordert und hilflos. Um dem Wunsch nach Informationen gerecht zu werden, wurde vor fünf Jahren in Frankfurt das Projekt Babylotse ins Leben gerufen.

Dazu bündelten Kinderschutzbund, die Stadt, die Crespo-Foundation und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ihre Kräfte und implementierten das Konzept zunächst an den Kliniken Höchst und dem Bürgerhospital. Bereits 2017 konnte eine flächendeckende Versorgung an allen Frankfurter Geburtskliniken sichergestellt werden. „In Frankfurt gibt es Hunderte Frühe Hilfen für Eltern, da ist es manchmal nicht leicht, den Überblick zu behalten“, sagt Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Kinderschutzbunds Frankfurt.

Genau dort setze das Angebot der Babylotsen an. Die aktuell neun Frankfurter Lotsinnen, allesamt qualifizierte Pädagoginnen oder Sozialarbeiterinnen, die auf den Entbindungsstationen arbeiten, beraten Mütter und Familien und vermitteln bei Bedarf die Frühen Hilfen. Demnächst werde eine zehnte Lotsin dazu kommen. Alle Frauen sind hoch flexibel und 52 Wochen im Jahr aktiv.

In den zurückliegenden Jahren wurden durch das Projekt rund 50 000 Familien informiert, mit 10 000 gab es ein Gespräch. Die Zahl der Beratungsgespräche lag im vergangenen Jahr bei 3473.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) lobt, dass das Konzept in einer Schnittstelle ansetze. Der Übergang von der Versorgung im Krankenhaus zur Versorgung zu Hause, in ganz vielfältiger Weise. Als Beispiel nennt er die Koordinierung der Wochenbett-Notfall-Versorgung, die 2019 begonnen wurde – auch weil die Babylotsinnen dort einen Bedarf erkannten. Mehr als 200 Familien nutzten das Angebot seit dessen Beginn. Die Eltern hatten Telefonate, Hausbesuche und Sprechstunden mit Hebammen.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) hält es für wichtig, dass das Angebot nicht als Bevormundung oder Eingriff in die Erziehung, sondern eben als Hilfe für die Familien wahrgenommen wird.

Auch für die kommenden Jahre hat sich das Projektteam einiges vorgenommen. „Die Lotsendienste sollten auch im Umland vorangebracht werden“, sagt Stefan Schneider. Die Unterstützung dürfe nicht abhängig vom Wohnort sein. Ein weiteres Ziel ist zudem, dass die Hinweise auf das Projekt auch in den Kinderarzt- und Frauenarztpraxen noch präsenter werden.

Je engmaschiger das Netzwerk sei, desto weniger Familien rutschten durch. Letztlich dienen die Babylotsen dem Kinderschutz, damit Eltern nicht überfordert sind.

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