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OB Peter Feldmann mit Stipendiaten und Alumni der Peter-Fuld-Stiftung.

Peter Fuld Stiftung

Hilfe für junge Talente

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die Peter Fuld Stiftung fördert junge Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt sind.

Der Frankfurter Harry Fuld ließ Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Telefonanlagen bauen, die gemietet werden konnten. Die standen dann auch in Ämtern, und bei Telefonen mit einem roten Knopf konnte ganz einfach beim Oberbürgermeister angeklingelt werden. Eine direkte Verbindung zum OB also. Ein solcher roter Knopf hat nun mehr als 100 Jahre später Kenan Önen nicht zum Oberbürgermeister gebracht. Aber die Telefone haben durchaus etwas damit zu tun, dass er am Freitag bei Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Römer saß.

Denn Harry Fulds Sohn Peter hat vor 50 Jahren eine Stiftung gegründet, der Önen vorsteht. Peter Fuld hatte als Sohn des jüdischen Kaufmanns Harry Fuld 1939 aus Deutschland fliehen müssen, kehrte nach Kriegsende aus Kanada zurück in seine Heimatstadt Frankfurt, um das Erbe seines Vaters anzutreten. Aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen beschloss er, mit einem Teil seines Erbes junge Menschen in ihrer Ausbildung zu fördern, die Diskriminierung erfahren haben. „Junge Menschen, die materiell bedürftig, aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt – und sehr talentiert sind“, sagte Önen. „Deutschland braucht diese Talente und wird von ihnen profitieren.“

Einige dieser Talente hat Önen zum OB-Besuch mitgebracht. Ehemalige oder derzeitige Stipendiaten der Stiftung. So wie Raul Kapoor. Er kommt aus Frankfurt, sein Vater ist Zugreiniger und er hat „immer den Traum gehabt, im Leben höher zu fliegen“. Durch die Unterstützung der Stiftung konnte er seinen BWL-Master in London machen, gründete danach ein Start-up in Frankfurt. Er will orientalisch belegte Baguettes und eine warme Mahlzeit für 3,80 Euro anbieten.

Kapoor appellierte an die Stadt, in der Corona-Zeit einige Vorschriften zu lockern. Mit einem Foodtruck etwa auf die Zeil zu dürfen, in leerstehenden Läden leichter Pop-up-Stores errichten zu können. „So können Jungunternehmer mal testen, ob ihr Konzept ankommt, bevor man einen Mietvertrag für zehn Jahre irgendwo unterschreibt.“

Feldmann fand die Ideen spannend, es gebe auch gerade eine große Liberalisierung in der Stadt. So würde es den Gastronomen leichter gemacht, Tische draußen aufzustellen, man diskutiere über Weihnachtsmarktbuden auf der Zeil. „Tabus werden gerade gebrochen.“

Ani Ter-Martirosyan kommt aus Armenien und hat in Deutschland Konzertpianistin studiert. Die Stiftung ermöglichte ihr finanziell die Teilnahme an einer Sommerakademie in der Schweiz mit renommierten internationalen Musikern. „Das war so wichtig für mein Leben und der Anfang meiner Karriere“, sagte sie. Auch Opernsängerin Mariyna Zubko steht nach ihrer Förderung erfolgreich im Beruf. Sie möchte gerne eine Benefizgala in Frankfurt zugunsten der Stiftung organisieren. Das findet auch der OB gut, „aber gerade ist es wegen Corona schwierig“. Man finde in dieser Stadt jedoch immer Wege, etwas zu ermöglichen. Die Stadt sei schon immer „ein Nest fürs Helfen und Geholfenbekommen gewesen“. Nicht grundlos sei Frankfurt eine der Städte in Deutschland mit den meisten Stiftungen. „Das ist Teil unserer Tradition.“

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