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Hilfe für Geflüchtete: Dolmetschen und beraten

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Von: Timur Tinç

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Viktoriia von Rosen koordiniert die die Initiative Ukrainian Coordination Center.
Viktoriia von Rosen koordiniert die die Initiative Ukrainian Coordination Center. © Renate Hoyer

Die Initiative Ukrainian Coordination Center hilft der Stadt Frankfurt in der Clearingstelle, um Ukrainerinnen und Ukrainern bei der Registrierung und allen anderen Fragen beim Ankommen zu helfen. Es werden weitere Freiwillige gesucht

Ab 7.30 Uhr ist Viktoriia von Rosen unter der Woche bis in die Abendstunden täglich im Zentrum Stadtraum in der Mainzer Landstraße 293. Seit einer Woche hat die Stadt Frankfurt hier eine sogenannte Clearingstelle für Geflüchtete aus der Ukraine eingesetzt. Hier können sie sich registrieren lassen, um einen Krankenschein und Taschengeld und weitere Informationen zu bekommen. „Wir helfen mit der Übersetzung, beim Ausfüllen von Formularen und organisieren Deutsch- und Orientierungskurse“, sagt von Rosen. Mit „wir“ ist die Initiative Ukrainian Coordination Center gemeint.

Diese hat die gebürtige Ukrainerin in ihrer Funktion als Vizepräsidentin der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft schon vor geraumer Zeit ins Leben gerufen. Mit dem Ausbruch des russischen Angriffskriegs in ihrem Heimatland hat sie Mitstreiter:innen gesucht, die beim Ankommen der Geflüchteten mithelfen. „Wir arbeiten auch sehr eng mit dem Konsulat zusammen und haben darüber einen Aufruf gestartet mitzuhelfen“, erzählt von Rosen.

Die Initiative fungiert als Bindeglied zwischen den Ukrainer:innen und dem Sozialamt, dem Bürgeramt und der Ausländerbehörde. Von Rosen hat ein Büro im Amt für multikulturelle Angelegenheiten bekommen. „Wir machen jede Woche Workshops, und jeden Tag gibt es ein Update zur aktuellen Situation“, berichtet sie.

Die clearingstelle

Die Stadt hat eine Clearingstelle im Zentrum Stadtraum in der Mainzer Landstraße 293 eingerichtet, damit Geflüchtete Menschen aus der Ukraine schnelle Hilfe bei Registrierung oder Krankenschein bekommen.

Unter der Nummer 06921273852 nehmen ukrainische Muttersprachler den Anruf entgegen. Zur vereinbarten Zeit erhalten sie einen Laufzettel mit mehreren Stationen – in ukrainischer Sprache und kyrillischer Schrift.

Weitere Information zu Hilfen auf:
www.frankfurt-hilft.de

Es handelt sich fast ausschließlich um ukrainische Freiwillige, die ihre Freizeit opfern, um den Geflüchteten unterstützend zur Seite zu stehen und ihnen das Ankommen so leicht wie möglich zu machen. „Die Leute haben Urlaub genommen. Unter uns sind schon Geflüchtete aus der Ukraine oder Leute, die in der Nähe wohnen“, erzählt von Rosen. Sie würde sich wünschen, wenn es die Möglichkeit gebe, das Kernteam von 15 bis 20 Leuten zusammenhalten zu können. Dafür müssten deren Arbeitgeber:innen sie freistellen. 80 bis 100 Leute kämen ab und zu, um zu helfen.

Es gibt viel zu tun. Am Dienstag waren 300 Menschen im Stadtraum. Hinzu kommt eine Fülle von Anrufen unter der Hotline der Stadt.

Im fünften Stock des Gebäudes sind bereits die ersten Sprachkurse für Minderjährige und Erwachsene angelaufen. Die Nachfrage ist riesig. „Die Menschen wollen alle so schnell wie möglich Kurse machen“, sagt von Rosen. Für die Kinder werde nach möglichen Aktivitäten gesucht.

Besonders am Herzen liegt ihr auch, Frauen zu schützen, die am Hauptbahnhof ankommen. Es gebe schon Hinweise, dass einige von Männern angesprochen würden, die eine Bleibe bieten und im Gegensatz dafür den Pass verlangten. „Wir warnen davor, das auf keinen Fall zu tun“, betont von Rosen. Die Landes- und Bundespolizei ist bereits verstärkt am Hauptbahnhof unterwegs. Die Frauen sollten sich nur an die offiziellen Stellen wenden.

„Wir brauchen jetzt weitere Freiwillige“, sagt von Rosen. Sie bittet Ukrainer:innen, die ihre Hilfe zur Verfügung stellen möchten, in den fünften Stock der Mainzer Landstraße 293 zu kommen. Dort würden sie von ihrem Team in Empfang genommen. Zu tun gibt es genug.

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