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Hier dürfen die Hunde ins Becken

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Von: Alexandra Flieth

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Artus liebt das Wasser: Beim Hundeschwimmen im Silobad kann er es genießen. Frauchen Sabine Henninger freut's.
Artus liebt das Wasser: Beim Hundeschwimmen im Silobad kann er es genießen. Frauchen Sabine Henninger freut's. © Maik Reuß

Am Ende der Saison bieten die Frankfurter Bäderbetriebe im Silobad tierische Schwimmstunden an.

Gespannte Aufmerksamkeit, dann schießt Labrador-Retriever Artus los, als Sabine Henninger sein Spielzeug mit Schwung ins große Becken des Silobads wirft. Artus fegt hinterher, springt ins Wasser, paddelt und holt es zurück. Auch wenn er mit seinen zwölf Jahren kein Jungspund mehr ist, kann er sich beim Schwimmen durchaus mit den vielen jüngeren Hunden messen, die ebenfalls im Wasser planschen. Aber damit nichts passieren kann, hat ihm sein Frauen eine Hundeschwimmweste angezogen. „Das macht es ihm in seinem Alter leichter, beim Schwimmen oben zu bleiben“, sagt sie.

Zum Ende der Freibadsaison bieten die Bäderbetriebe seit gestern wieder ihr Hundeschwimmen im Silobad an. Und das nutzen zahlreiche Frauchen und Herrchen, selbst wenn sie dafür eine längere Anfahrt in Kauf nehmen müssen. Für Sabine Henninger, die aus Altenhain kommt, ist das Hundeschwimmen seit Jahren ein Muss – Artus liebt einfach das Wasser. Und er ist nicht der Einzige, der eine Schwimmweste anhat: eine junge Französische Bulldogge, für die der Sprung ins Becken offensichtlich eine Herausforderung darstellt, hat auch ein Exemplar an – in Pink. So viel Spaß im Wasser wie Artus hat sie aber nicht, sondern tobt lieber mit den anderen Hunden herum.

Überhaupt scheint es so, dass vor allem die älteren Hunde ihre Runden im „tiefen“ Becken drehen, während die jüngeren oftmals nur ihre Pfoten im Nichtschwimmerbereich benetzen – wie Milow, der größte unter den vierbeinigen Gästen. Für den anderthalb Jahre alten Irischen Wolfshund ist es der erste Ausflug ins Freibad; das Wasser wird von ihm noch kritisch beäugt. Der Riese mit dem ruhigen Gemüt wird dafür auch von den kleineren Hunden ganz genau unter die Lupe genommen; wegen seiner stattlichen Höhe ist er offenbar nicht jedem Artgenossen so ganz geheuer – und dass, obwohl Milow im Spiel immer versucht, sich so klein wie möglich zu machen.

Frauchen Silvie und Herrchen Mathias, die aus Erlensee bei Hanau kommen, haben eine 40-minütige Autofahrt hinter sich. „Milow kennt Wasser bisher nur davon, dass er beim Spazierengehen manchmal in einen Bach geht“, erzählt seine Besitzerin. Ein Freund habe ihr vom Hundeschwimmen im Silobad erzählt. „In unserer Nähe gibt es so etwas nicht, soweit ich weiß“, sagt sie. „Die Idee ist toll, dass die Hunde das Freibad für sich haben und sowohl schwimmen als auch gemeinsam spielen können.“ Dino, ein schwarzer Mischlingsrüde, sucht noch nach seinem individuellen Schwimmstil und begeistert damit die Menschen am Beckenrand. „Er geht gern in den Liederbach, wenn Wasser drin ist, und war in diesem Jahr auch schon einmal am See, aber das Schwimmbad ist neu für ihn“, sagt Herrchen Micha Nikielewski.

Artus indes animiert sein Frauchen jedes Mal, wenn er sein Spielzeug aus dem Becken geholt hat, mit einem auffordernden Bellen, es wieder hineinzuwerfen – und fegt wieder los. „Wir kommen jetzt bis Sonntag jeden Tag her“, sagt Sabine Henninger und erzählt, dass sie Artus aus dem Tierheim geholt hat. Damals sei er sieben Jahre alt gewesen. „Seit dieser Zeit kommen wir jedes Jahr zum Hundeschwimmen, und er ist immer schon freudig aufgeregt, wenn wir auf dem Parkplatz vor dem Schwimmbad ankommen.“ Am Ende der sportlichen Einheit heißt es für den Senior: ausruhen. „Der ist jetzt platt und schläft im Auto erst einmal“, vermutet sein Frauchen. Schwimmen macht eben nicht nur Menschen, sondern auch andere Kreaturen so richtig hundemüde.

Hundeschwimmen bis Sonntag, 25. September, von 10–18 Uhr im Silobad, Hunsrückstraße 100. Eintritt: 3 Euro pro Hund, 2 Euro pro Begleitperson

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