Verbindung

Heute fährt die 18 bis nach Vilbel Süd

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Studie soll Chancen für elektrische Verbindung von Frankfurt nach Bad Vilbel ausloten.

Es klingt nach einem historischen Meilenstein: Erstmals seit 110 Jahren will Frankfurt wieder eine Straßenbahnverbindung in eine Nachbarkommune etablieren. Seinerzeit war es die Verbindung von Heddernheim zur Hohemark in Oberursel. Jetzt denken die Verantwortlichen von Frankfurt und Bad Vilbel über eine elektrifizierte Verbindung aus der Frankfurter Innenstadt zu einem der S-Bahnhöfe von Bad Vilbel nach.

Das Projekt angestoßen hat der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Seine Idee habe nicht sofort Jubelstürme ausgelöst, verriet er bei der Präsentation des Projekts am Montag. Doch nach monatelangen Gesprächen raffen sich nun beide Kommunen zu einer Potenzialstudie auf. Die soll zunächst eruieren, ob für eine Straßenbahnverbindung die notwendige Nachfrage besteht.

Kosten

Pro Kilometer Straßenbahnwird mit Kosten von 20 Millionen Euro gerechnet. Bei einer Verlängerung der Linie 18 von fünf Kilometern bis zum Bahnhof Bad Vilbel Süd wären das 100 Millionen Euro.

Die Kommunenhoffen, dass mindestens 60 Prozent der Kosten der Bund und 25 Prozent das Land Hessen übernehmen. Frankfurt müsste dann anteilig zur Länge der Neubaustrecke zehn, Bad Vilbel fünf Millionen Euro der Kosten tragen. Sollte das Projekt vom Bund nicht als förderwürdig eingestuft werden, wäre es gestorben. 

Bislang wird die Strecke von Frankfurt zum Bad Vilbeler Bahnhof durch den Bus der Linie 30 bedient und von bis zu 5000 Menschen täglich genutzt. Verkehrsdezernent Oesterling hofft, dass eine Straßenbahnverbindung noch besser angenommen würde. Schließlich sei eine Tram pünktlicher als ein Bus und habe daher bei den Fahrgästen einen gewissen Bonus. Darüber hinaus ist die elektrifizierte Variante auch deutlich umweltfreundlicher als die mit Diesel betriebenen Busse.

Zwar will die Stadt Frankfurt ihre Busflotte auf Elektroantrieb umrüsten, doch bei einer so langen Strecke wie der nach Bad Vilbel ist das bislang technisch kaum ohne großen Zeitverlust durch Aufladen machbar. Oesterling wies aber auch darauf hin, dass es für die Strecke den Vilbeler Heilsberg hinauf mit einer Steigung von bis zu neun Prozent Straßenbahnen mit stärkeren Motoren brauche als sie bislang im Einsatz sind.

Doch noch steht das Projekt ganz am Anfang. Bis Sommer soll in der ersten Studie auch erörtert werden, welche Trasse die Bahn nehmen könnte. Beide Varianten sehen zunächst eine Verlängerung auf der Friedberger Landstraße bis zum Heiligenstock vor. Variante 1 führt dann über die Frankfurter Straße, Variante 2 über die Alte Frankfurter Straße. Geprüft werden soll auch, ob eine Verlängerung bis zum Bad Vilbeler (Nord-)Bahnhof möglich ist. Das würde für Reisende der Deutschen Bahn noch mehr Synergieeffekte bedeuten.

Sollte die Potenzialstudie das Projekt für sinnvoll erachten, schlösse sich im nächsten Schritt die aufwendigere Machbarkeitsstudie an. Die würde Bad Vilbel mit einem städtebaulichen Wettbewerb verbinden wollen, kündigte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) an. Auch die Bürger sollen dann zu einer Straßenbahn befragt werden – denn bislang gibt es in der Kurstadt noch keine Oberleitungen.

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