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Kein Glück diesmal für Autogrammjäger. 2010 schmückte auch mal Matthias Schweighöfer den roten Teppich beim hessischen Film-und Kinopreis. andreas arnold

Frankfurt

Ohne Gala und roten Teppich

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Der Hessischer Film- und Kinopreis wird im Corona-Jahr ohne Publikum ohne Publikum in der Naxoshalle vergeben. Das eingesparte Geld bekommen Filmschaffende, die hinter der Kamera sind. Der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten geht diesmal an Uwe Kockisch (Commissario Brunetti, „Weissensee)

Ohne Pomp und posieren: Beim Hessischen Film- und Kinopreis wird es diesmal keine Gala, keinen Roten-Teppich-Lauf vor der Frankfurter Alten Oper und auch kein Publikum geben. „Wir haben uns sehr schnell entschieden, dass es in Corona-Zeiten keine üppige Feier mit Hunderten Gästen geben kann. Auch abgesehen von den Schwierigkeiten des Infektionsschutzes wäre Business as usual nicht angemessen in einem Jahr, das der Film- und Kinobranche so schwer zu schaffen macht“, sagt die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) am Montag. Sie sitzt vor dem geschlossenen Vorhang bei der Pressekonferenz im Cinema-Kino am Roßmarkt.

Der 31. Hessische Film- und Kinopreis wird – statt wie üblich am Buchmesse-Freitag – erst am Mittwoch darauf, dem 21. Oktober, überreicht. Und zwar nicht wie sonst bei einer großen Gala in der Alten Oper, sondern im kleinen Rahmen in der Naxoshalle. Das durch die Absage der Gala eingesparte Geld fließe, wie Dorn betont, in eine „Kreativprämie“ für die Filmschaffenden hinter der Kamera. Es gibt dabei acht Kategorien von Szenenbild bis Sounddesign. Insgesamt werden 19 Preise vergeben, die mit insgesamt 115 000 Euro dotiert sind. Diese werden in den kommenden Monaten vergeben.

Alle Nominierten

Kurzfilm „Sonntagmorgen“ von Franziska Wank „We Will Survive“ von Nele Dehnenkamp „Your Future“ von Maren Wiese & Petra Stipetic Dokumentarfilm „At the Margin“ von Sita Scherer und Sara Hüther „Oeconomia“ von Carmen Losmann „Wer wir waren“ von Marc Bauder Spielfilm „Die Wolf-Gäng“ von Tim Trageser „Toubab“ von Florian Dietrich „Coup“ von Sven O. Hill Beste Schauspielerin Steffi Kühnert in „Meine Nachbarn mit dem dicken Hund“ Vanessa Loibl in „Unsere wunderbaren Jahre“ Lilith Häßle in „Ein Schritt zuviel“ Bester Schauspieler Godehard Giese in „Unschuldig“ David Schütter in „Unsere wunderbaren Jahre“ Niki von Tempelhoff in „Ein Schritt zuviel“ Wer von den Nominierten die Preise sowie die ebenfalls zu vergebenden Kinokulturpreise erhält, wird am Tag der Preisverleihung bekannt gegeben. Aktuelle Informationen unter www.hessischerfilmpreis.de

Am Abend selbst erhält der Schauspieler Uwe Kockisch den undotierten Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten. Volker Bouffier begründete seine Entscheidung: „Uwe Kockisch ist einem breiten Publikum nicht zuletzt in seiner Rolle als Commissario Brunetti bestens bekannt, hat sich aber auch als Charakterdarsteller etabliert, wie er eindrucksvoll in der Hauptrolle in der Fernsehserie ,Weissensee‘ bewiesen hat.“ Seine Verkörperung des Stasi-Offiziers Hans Kupfer sei besonders wertzuschätzen, denn Kockisch habe Anfang der 1960er Jahre nach einem gescheiterten Fluchtversuch die Brutalität und Schonungslosigkeit der Stasi und des DDR-Systems am eigenen Leib erfahren müssen.

Den mit 7500 Euro dotierten Newcomerpreis bekommt die Offenbacherin Brenda Lien (Jahrgang 1995). Lien setze sich in ihren Filmen für die Sichtbarkeit von nonbinären Charaktern ein. „Sie steht für ein feministisches, innovatives und diverses Kino“, so Dorn. Den Drehbuchpreis erhält Nicolas von Passavant für „Vor dem Dunkel“. Der Preis für den besten Hochschulfilm geht an Jennifer Kolbe für „MILK“.

Im Rennen für den besten Spielfilm sind „Die Wolf-Gäng“ von Tim Trageser, „Toubab“ von Florian Dietrich und „Coup“ von Sven O. Hill. Als bester Schauspieler ist unter anderem David Schütter für seine Rolle in „Unsere wunderbaren Jahre“ nominiert. Der 29-Jährige ist bald im ersten deutschen Netflix-Historienfilm „Barbaren“ zu sehen. ZDF-Journalistin Dunja Hayali und die Film- und Literaturkritikerin der „FAZ“, Verena Lueken, moderieren. Die Veranstaltung wird am Folgetag online (www.hessischerfilmpreis.de) veröffentlicht.

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