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Thomas Schlegel will mit der AGB über die Zukunft des Südbahnhofs verhandeln.

Südbahnhof Sachsenhausen

Musiklokal hofft auf Gespräche

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Trotz auslaufenden Pachtvertrages könnte es im Südbahnhof in Sachsenhausen weitergehen. Auch andere sollen die Räume für Veranstaltungen nutzen können, wünscht die ABG.

Thomas Schlegel hofft, dass es für sein Musiklokal Südbahnhof trotz eines auslaufenden Pachtvertrages weitergehen kann. In einem Schreiben hatte der Vermieter, die städtische ABG Holding, dem Inhaber der Event-Location mitgeteilt, dass eine Verlängerung des derzeitigen Vertrages über den 30. Juni 2019 hinaus nicht angestrebt werde.

Für Schlegel war dies ein Schock: „Bevor wir hier eingezogen sind, war im Südbahnhof tote Hose“, sagt er. „Inzwischen sind unsere Frühschoppen in dieser Größenordnung einmalig.“ 1974 hatte Schlegel mit seinem Verein Jazzforum Frankfurt im Schlachthof mit seinem Musikprogramm begonnen. Bekannt wurde die Institution unter anderem durch die Sendung „Live aus dem Schlachthof“ des Hessischen Rundfunks. Nach dem Abriss des Gebäudes zog das Musiklokal in den Südbahnhof, der dafür extra umgebaut wurde, und feiert seitdem mit einer Mischung aus Live-Konzerten, Frühschoppen und Tanzveranstaltungen weiter Erfolge. „Noch heute sind unsere Veranstaltungen sehr beliebt und immer gut besucht“, sagt Schlegel.

Ob und wie es mit dem Musiklokal weitergehen kann, soll Ende Oktober in einem Gespräch zwischen Schlegel und der ABG Holding geklärt werden. „Wir stehen in Kontakt zueinander, damit das gute Musikprogramm fortgesetzt werden kann“, sagt Frank Junker, Geschäftsführer der ABG. „Immerhin ist das Musiklokal ja auch ein Stück Frankfurt.“ Die Räume im Südbahnhof sollen zukünftig aber auch anderen Mietern zu Verfügung stehen und auch für Schlegel zu den gleichen Konditionen wie für andere Vereine mietbar sein.

„Es handelt sich hierbei nicht um eine Kündigung, sondern um einen wie vereinbart auslaufenden Vertrag“, sagt Junker. „Wie man es in solchen Fällen macht, redet man jetzt miteinander und sucht eine neue vertragliche Grundlage.“

Das Hauptanliegen für das anstehende Gespräch ist für Schlegel der Erhalt der umfangreichen Technik im Konzertsaal. „Nach derzeitigem Stand muss das alles ausgebaut werden“, sagt Schlegel. „Das würde das derzeitige Ambiente völlig in Frage stellen.“ Für die Veranstaltungen des Jazzforums sei dies aber zentral, weil die bisherigen Veranstaltungen ohne die eigene technische Ausstattung nur schwer möglich seien. Die Ausstattung nach jeder Veranstaltung auszubauen ist auch keine Option, da alleine 250 Scheinwerfer und zahlreiche Lautsprecher den Aufwand hierfür zu groß machen würden. „Beim Umzug vom Schlachthof hatten wir Glück, dass die ganze Ausstattung perfekt in den Südbahnhof gepasst hat“, sagt Schlegel.

Er werde sich dafür einsetzen, dass die Konzerte im Südbahnhof weiter im gleichen Ambiente stattfinden können. „Ich sehe den Gesprächen positiv entgegen und bin sicher, dass dies möglich sein wird“, sagt Schlegel. „Wenn die Konditionen und das Ambiente stimmen, ist es für uns kein Problem, wenn zukünftig auch andere den Südbahnhof für ihre Veranstaltungen nutzen.“

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