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Ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten: Volker Schlöndorff. Foto: Renate Hoyer
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Ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten: Volker Schlöndorff.

Hessisches Kino

Hessischer Film- und Kinopreis in Offenbach verliehen

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Statt einer schnieken Gala wie sonst in der Frankfurter Alten Oper gab es pandemiebedingt am Freitagabend weniger Prominenz bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises im Offenbacher Capitol. Regisseur Volker Schlöndorff (82) ließ es sich nicht nehmen, seinen Ehrenpreis persönlich abzuholen.

Der Glamourfaktor ist definitiv geringer als gewöhnlich: Es gibt weniger Prominenz, Blitzlichtgewitter. Und es fehlen die Autogrammjäger:innen. Denn Schauspieler:innen wie Jasna Fritzi Bauer oder Anne Ratte-Polle, die als beste Schauspielerin nominiert ist, posieren nicht wie gewohnt auf dem langen roten Teppich vor der Frankfurter Alten Oper. Der rote Teppich ist nämlich drinnen und im Offenbacher Capitol.

„Herr Schlöndorff kommt von oben“, sagt eine Pressedame. Der 82-jährige Regisseur Volker Schlöndorff lässt es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizukommen, obwohl er am nächsten Tag nach Mexiko fliegt, um Filmstudierende zu unterrichten. Denn er erhält den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. Nach einem Jahr ohne Gala wurden am Freitagabend die 32. Hessischen Film- und Kinopreise im Capitol in Offenbach vergeben. „Ich freue mich sehr, gerade weil es ein Preis aus meinem Heimatland Hessen ist. Hier im Capitol wäre ich auch über einen Sisalteppich gelaufen“, sagt der gebürtige Wiesbadener.

Im vergangenen Jahr war der Filmpreis pandemiebedingt eine rein digitale Veranstaltung. Und diesmal wurde noch zurückhaltender und unter 2-G-Regeln gefeiert. Durch die Verleihung vor rund 350 geladenen Gästen führten Moderatorin Bärbel Schäfer und Schauspieler, Drehbuchautor und Komödiant Rainer Ewerrien. 2019 kamen rund 1500 Gäste. Die Show war außerdem live online zu verfolgen.

Gewinner

Als bester Kurzfilm gewann „Der Lokführer“ von Zuniel Kim und Christian Wittmoser.

Der Hochschulfilmpreis ging an „Kafka-Konferenz“ von Tobias Sauer, Kunsthochschule Kassel.

Die Kinopreise wurden, da Kinos pandemiebedingt keinen normalen Spielbetrieb hatten, an alle vergeben, die 2018, 2019 und 2020 mit ausgezeichnet wurden, darunter das Murnau Filmtheater in Wiesbaden, in Frankfurt Orfeo’s Erben und Cinema. rose

Die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne), die die Ehrungen in cooler schwarzer Lackhose übernimmt, sagt: „Es war mir wichtig, dass wir die Filmszene aus Hessen und darüber hinaus endlich einmal wieder in Präsenz zusammenbringen, um tolle Filme zu feiern und unsere vielfältige Kino- und Festivalkultur.“ Das betonte auch der gebürtige Frankfurter Schauspieler Adnan Maral („Türkisch für Anfänger“), der mit einer stylishen Brille mit Goldrand auf dem roten Teppich posierte. „Es ist so toll wieder Menschen treffen und umarmen zu können.“ Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kam nicht persönlich. Er grüßte Preisträger Schlöndorff nur per Videobotschaft. Dessen Bedeutung für den deutschen Film sei unschätzbar, so Bouffier. Schlöndorff erhielt 1980 den Oscar für seinen Film „Die Blechtrommel“. Gerade hat er seinen Dokumentarfilm „Der Waldmacher“ fertig. Das erzählt er stolz am Abend. „Ein Film über Klima, Bäume und Afrika“, so viel verrät er schon mal.

Dorn hatte sich entschieden, dass der mit 7500 Euro dotierte Newcomerpreis an den 31-jährigen Regisseur Aliaksei Paluyan geht. Der in Belarus geborene Paluyan kam 2012 nach Kassel, um Regie zu studieren. Sein Dokumentarfilm „Courage“ zeigt die Proteste in Belarus gegen Machthaber Lukaschenko.

In der Kategorie Spielfilm gewinnt die Regisseurin Lisa Bierwirth für ihren Film „Le Prince“. Dieser erzähle die bilderstarke und berührende Geschichte eines Culture Clash. Drehort war das Frankfurter Bahnhofsviertel. Nominiert war auch „Borga“ von York-Fabian Raabe. Raabe und Hauptdarsteller Eugene Boateng strahlen auf dem roten Teppich um die Wette. „Die Zeit“ bezeichnete Boateng, der nicht mit den Fußballern verwandt ist, als „wohl gefragtesten deutschen Schauspieler“. Er bekam für die Darstellung des jungen Mannes, Kojo, der aus Ghana nach Deutschland kommt, um hier sein Glück zu finden, den Deutschen Schauspielpreis und den Max Ophüls Preis verliehen.

In der Kategorie Dokumentarfilm gewinnt „The Other Side of the River“ von Antonia Kilian, ein Film über das Ringen von Frauen um ihre Rechte auf ein selbstbestimmtes Leben in der syrischen Kultur. Als beste Schauspielerin „Fernsehpreis“ gewinnt Britta Hammelstein für ihre Darstellung in „Heute stirbt hier Kainer“. Sie selbst kommt allerdings nicht, um die Trophäe abzuholen. „Dafür hat sie mich geschickt“, sagt Regisseurin Maria Westholzer. Bester Schauspieler wird Jens Harzer in „Ruhe! Hier stirbt Lothar“.

Lisa Bierwirth gewinnt den Preis für ihren Spielfilm „Le Prince“, der im Frankfurter Bahnhofsviertel gedreht wurde.

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