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Hessens Hochschulen kehren zum Normalbetrieb zurück

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Von: George Grodensky

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Zum Sommersemester wird es wieder voll an Hessischen Hochschulen, hier ein Bild aus einem Hörsaal der Goethe-Universität in Frankfurt.
Zum Sommersemester wird es wieder voll an Hessischen Hochschulen, hier ein Bild aus einem Hörsaal der Goethe-Universität in Frankfurt. © peter-juelich.com

Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Kunsthochschulen, sie alle kehren zum Sommersemester, also ab April, zur vollen Präsenzlehre zurück. Was bleibt ist die Corona-Schutzmaske und manches digitales Angebot.

Den Anfang macht die Uni Kassel: Als erste der hessischen Hochschulen kündigt sie in einem Schreiben an alle ihre Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten die Rückkehr zur Normalität an. Heißt: Im kommenden Sommersemester ab April sollen alle Veranstaltungen wieder in Präsenz stattfinden, mit 100-prozentiger Auslastung; die Videokonferenzen und die Youtube-Vorlesungen haben dann vorerst ausgedient.

Alle Expertinnen und Experten erwarteten, dass die Omikron-Welle in absehbarer Zeit abflauen werde, schreibt Präsidentin Ute Clement zur Begründung. Zudem sei klar, dass Omikron-Infektionen in aller Regel weniger schwer verliefen.

Das sieht auch Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) so. Das Ministerium und die Hochschulen hätten sich verständigt, alle Möglichkeiten der Coronavirus-Schutzverordnung auszuschöpfen. Lehrende und Studierende sollen sich auf ein Sommersemester als Präsenzsemester einstellen.

Die Hochschulen hatten ohnehin bereits im abgelaufenen Semester mit einem gewissen Satz an Präsenzformaten zaghaft geöffnet. Die Frankfurter Goethe-Uni war im Westend zu etwa 50 Prozent ausgelastet, am Riedberg gar zu 75 Prozent. Sorgen bereitete dabei den Fachbereichen nicht so sehr das Infektionsgeschehen. Eher war mancherorts die Personaldecke angespannt, etwa weil Kitas geschlossen blieben oder Eltern ihre isolierten Kinder betreuen mussten.

Das Internet stellt aber auch im Präsenzsemester niemand komplett ab. „Die pandemiebedingt beschleunigte Digitalisierung der Hochschullehre soll langfristig gesichert und weiterentwickelt werden“, sagt Angela Dorn. Digitale Lehrformate seien als Ergänzung zur Präsenzlehre möglich. Dozentinnen und Dozenten könnten digitale Formate einsetzen, wenn diese einen „didaktischen Mehrwert“ böten, erklärt Ute Clement. „Dies soll aber wertvolle Präsenzangebote nicht verdrängen.“ Denn: „Hochschulen sind offene Orte der Kommunikation und der Meinungsbildung, sie sind Sozial- und Lebensraum, und sie leben vom Zusammentreffen zwischen Lehrenden und Studierenden und auch der Studierenden untereinander“, sagt Angela Dorn.

„Zu unserem Bildungsauftrag gehören ganz selbstverständlich der soziale Kontakt, das Campusleben, Labortätigkeiten, Auslandssemester und vieles mehr“, reiht sich Frank E.P. Dievernich in den Hochschulchor ein. Dievernich spricht als Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences und als Vorsitzender des Zusammenschlusses der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. „Wir wollen weiterhin offene Stätten des Lehrens, Lernens und Forschens bleiben.“

Für die Kunsthochschulen sei die Präsenzlehre ebenfalls eine unverzichtbare Form der Vermittlung in Ateliers, Werkstätten, Proberäumen und Laboren. „Daher haben wir während der gesamten Pandemie ein Höchstmaß an Präsenz im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen praktiziert“, berichtete Bernd Kracke, Präsident der HfG Offenbach und Sprecher der hessischen Kunsthochschulen.

Masken sollen die Hochschulangehörigen und Besucher:innen aber auch im kommenden Semester noch tragen. Ebenso appellieren die Hochschulleitungen an alle Studierende und Mitarbeiter:innen, sich impfen zu lassen.

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