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Frankfurt versucht, mit niedrigschwelligen Sonderaktionen die Zahl der Impfungen weiter zu erhöhen.
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Frankfurt versucht, mit niedrigschwelligen Sonderaktionen die Zahl der Impfungen weiter zu erhöhen.

Hessen

Hessen will mehr Impfkapazitäten

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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  • Steven Micksch
    Steven Micksch
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Im Kampf gegen die vierte Welle soll die Ärzteschaft in Hessen ihre Impfleistung erheblich steigern. Von Maskenpflicht an Schulen hält Kultusminister Lorz hingegen wenig.

Die Impfallianz Hessen – ein Zusammenschluss von Ärzte- und Apothekerschaft, kommunalen Spitzenverbänden und hessischem Sozialministerium – hat mehrere Maßnahmen vereinbart, um die Impfzahlen und -angebote im Bundesland zu erhöhen. So soll die Ärzteschaft ihre Impfleistung ausweislich deutlich steigender Impfstoffbestellungen weiter erheblich steigern. Der Bund habe zugesagt, die bisher zweiwöchentlichen Bestellfristen durch Ärztinnen und Ärzte zu verkürzen. Darüber hinaus werde der öffentliche Gesundheitsdienst der Kreise und Städte sein Netz lokaler Impfstellen weiter ausbauen. Zudem sollen die Zentralen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes an Krankenhäusern als lokale Impfstellen bereitgestellt werden.

Im Fokus stehen laut dem hessischen Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) besonders ungeimpfte Menschen und Personen, die eine Auffrischungsimpfung (Booster) bekommen können. Die Impfleistung in Hessen habe sich bereits in den vergangenen Wochen auf fast 130 000 Impfungen pro Woche verdoppelt. Klose rechnet damit, dass die Zahl kurzfristig noch weiter steigen wird.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und der hessische Hausärzteverband möchte Praxen, die noch nicht beim Impfen dabei sind, „motivieren, die aktuelle Herausforderung auf möglichst viele Schultern zu verteilen“. Patientinnen und Patienten müssten aber Verständnis haben, dass nicht alles sofort für jeden leistbar sei. Der Druck in den Praxen sei aktuell immens.

Die SPD-Landtagsfraktion kritisierte am Mittwoch die monatelange Untätigkeit der Landesregierung. Die Fraktion habe bereits vor den Sommerferien vor erneut steigenden Inzidenzen im Herbst und Winter gewarnt und im Zuge dessen Klose mit einem Antrag aufgefordert, rechtzeitig wirkungsvolle Vorkehrungen zu treffen. Statt Vorkehrungen zu treffen, habe die Landesregierung jedoch ausschließlich aus finanziellen Gründen den Entschluss gefasst, die Impfzentren zu schließen.

Ein Fakt, den auch der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) stets im Blick hatte. Frankfurt war einen Sonderweg gegangen und hatte das Impfzentrum nur verkleinert, aber durchgehend betrieben. Dies komme der Mainmetropole nun zugute. Nach Angaben der Stadt werden täglich zwischen 500 und 1000 Impfungen im Impfzentrum vorgenommen. Frankfurt impft mit Abstand wöchentlich mehr Menschen als jeder andere hessische Landkreis. Eine Statistik der Stadt wies Stand Dienstag aus, dass es insgesamt 625 806 Impfungen gegeben hat. Rund 84 Prozent davon erfolgten im Impfzentrum.

Kaweh Mansoori, Bezirksvorsitzender der SPD Hessen-Süd, schrieb in einer Pressemitteilung: „Ich fordere die hessische Landesregierung dazu auf, die Impfzentren schnell und flächendeckend wiederzueröffnen. Boostern muss für alle Altersgruppen freigegeben werden und Termine müssen zeitnah zu erhalten sein.“ Mit den jetzigen Kapazitäten in den Praxen und Impfzentren sei es nicht zu bewerkstelligen, dass jeder Impfwillige direkt ein Impfangebot bekomme.

Auch die Hygienevorkehrungen an den Schulen bleiben ein Thema. Die Linke-Fraktion im Landtag erklärte, unter den bestehenden Bedingungen könne man unmöglich in den Corona-Winter gehen. Die SPD-Fraktion forderte gar zusätzlich zu verbindlichen Testungen eine Ausweitung der Maskenpflicht, um eine erneute Schulschließung zu verhindern. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) äußerte sich skeptisch zu einer generellen Maskenpflicht auch während des Unterrichts. „Ich verstehe, dass man das angesichts sehr hoher Infektionszahlen in Offenbach und einigen anderen Städten oder Landkreisen jetzt angeordnet hat“, sagte Lorz am Mittwoch in Wiesbaden. Er glaube aber nicht, dass dies viel bewirken könne. Der Minister verwies darauf, dass die Schulen zwar dem allgemeinen Infektionsgeschehen folgten. „Sie befeuern dieses aber nicht, sind keine Treiber der Pandemie.“

Zudem müssten sich Ungeimpfte an den Schulen mindestens bis Ende Januar drei Mal wöchentlich auf eine Corona-Infektion hin testen lassen. Die Zahl der dabei festgestellten Erkrankungen sei seit Wochen stabil auf einem niedrigen Niveau. „Es gibt dort keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.“

Ein Impfpflicht für Lehrkräfte hält Lorz für wenig hilfreich. Die Impfquote unter den Pädagogen sei gemäß einer Stichprobe mit 95 Prozent schon sehr hoch. Zudem könne eine solche Pflicht nur dann greifen, wenn damit verbunden wäre, dass Ungeimpfte nicht mehr unterrichten dürften und auch kein Geld mehr erhielten. Dies sei beamtenrechtlich kaum durchsetzbar. Die Forderung des Landeselternbeirats, Lehrkräfte sollten ihren Impfstatus gegenüber Schüler:innen und Eltern offenlegen, wies der Minister zurück. „Dies hilft uns nicht weiter.“

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