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Die Zahl der Impfungen in Hessen steigt wieder an. Inzwischen bereiten sich auch die Apotheken auf Impfeinsätze vor.
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Die Zahl der Impfungen in Hessen steigt wieder an. Inzwischen bereiten sich auch die Apotheken auf Impfeinsätze vor.

Keine langen Wartezeiten

Corona-Impfungen: Frankfurt baut sein Angebot im Zentrum an der Messe aus

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Sozialminister Kai Klose (Grüne) zieht zufriedene Hessen-Bilanz. Und Apotheken bereiten sich vor, ebenfalls zu impfen.

Frankfurt - Die Frankfurter Impfkampagne läuft weiter. Zwar kann die Kommune zur Zeit keine Sonderaktionen anbieten. Auch der Impf-Express, der Zug mit Anti-Corona-Spritze, rollt vorerst nicht mehr durch die Stadt. Dazu fehlt es einfach an Serum. Auf dem Trockenen sitzt die Stadt aber keineswegs. So hat sie das Angebot im Impfzentrum in Halle 1.2 der Messe sogar ausgebaut.

Manchen war bereits aufgefallen, dass sich vor der Messe gar keine Warteschlange mehr bildet. Daran ist nicht das Wetter schuld, auch keine Impfmüdigkeit oder Skepsis gegenüber dem aktuell vorwiegend eingesetzten Mittel Spikevax von Moderna. Die Wartezeiten haben sich schlicht verkürzt, sagt Wiebke Reimann vom Städtischen Gesundheitsamt.

Durch Anpassungen im bestehenden System könne das Zentrum mehr Menschen gleichzeitig impfen. Außerdem hat es seit vergangenem Mittwoch, 1. Dezember, die Öffnungszeiten ausgeweitet; ein Besuch ist seither täglich von 7 bis 21 Uhr möglich.

Erst am Freitag (03.12.2021) waren 7000 zusätzliche Dosen des Moderna-Impfstoffes in Frankfurt eingetroffen. Ein wichtiges Signal, hatte die Stadt doch befürchtet, das Impfzentrum womöglich übers Wochenende schließen zu müssen. Die Impfstoffe setze die Stadt ein, wie die Ständige Impfkommission es aktuell empfehle. Also Moderna für die über 30-Jährigen, und die Jüngeren und Schwangeren erhalten weiterhin den Impfstoff Comirnaty von Biontech.

Corona-Impfungen in Hessen: Klose zieht Bilanz

Der Hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat am gestrigen Montag (6. Dezember 2021) Bilanz zur abgelaufenen Impfwoche gezogen. Er ist zufrieden. 360.000 Dosen seien in Hessen verabreicht worden. In der Woche davor seien es 280.000, noch eine Woche zuvor 180.000 gewesen. „Wir haben die Zahl der Impfungen in Hessen damit innerhalb von zwei Wochen verdoppelt.“

Ziel sei es nun, auf 400.000 Impfungen in der Woche zu kommen. Dazu sei es nötig, dass der Impfstoff „verlässlich“ eintreffe, mahnt Klose den Bund. Dass die Spritzen dann auch verabreicht werden können, darüber mache er sich keine Sorgen. Klose verweist auf die „große Gemeinschaftsleistung der Impfallianz“, also das Zusammenspiel von Ärzte- und Apothekerschaft sowie dem öffentlichen Gesundheitsdienst der Kommunen. Mehr als drei Viertel der Impfungen hätten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte durchgeführt. „Sie erbringen damit mehr als die 250.000 zugesagten Impfungen – trotz erschwerter Bedingungen durch kurzfristig ausbleibende Impfstofflieferungen des Bundes.“

67,9 Prozent der Hessinnen und Hessen sind laut Ministerium vollständig geimpft. 80,5 Prozent der Impfungen in der vergangenen Woche waren Auffrischungen, 11,7 Prozent Erst-, 7,8 Prozent Zweit-impfungen. Sorgen über Wirksamkeit oder Verträglichkeit des Moderna-Mittels müsse sich niemand machen, versichert die Kassenärztliche Vereinigung Hessen.

Warum bislang so wenig des Impfstoffes in den Praxen zum Einsatz gekommen sei, begründet der Verband damit, dass der Impfstoff zunächst gar nicht an die Praxen geliefert worden sei. Die Ärztinnen und Ärzte hätten auch gezögert, weil das Serum in unpraktischen Zehnerdosen komme und zudem wegen seiner sensiblen Handhabung nicht so gut für Hausbesuche geeignet sei.

Corona-Impfungen in Hessen: Apotheker:innen stehen in den Startlöchern

Derweil steht die vom Minister belobigte Apothekerschaft der Impfallianz in den Startlöchern, künftig mehr Aufgaben zu übernehmen. Auch die Apotheken sollen Menschen gegen das Coronavirus impfen. Das haben Bund und Länder in ihrer gemeinsamen Konferenz beschlossen. Nun muss der Bundestag noch das Infektionsschutzgesetz anpassen.

Der Hessische Apothekerverband geht davon aus, womöglich schon im Januar loslegen zu können. Oder zumindest „kurzfristig“, wie Pressesprecherin Katja Förster sagt. Vorausgesetzt, der Gesetzgeber schaffe die nötige Grundlage. Und wenn es genügend Impfstoff gibt. In Konkurrenz zu den Hausärztinnen und Ärzten wollten die Apotheken nicht treten, versichert Förster. Nur ein zusätzliches niedrigschwelliges Angebot schaffen, das auch samstags geöffnet hat.

Allerdings benötigen die Apothekerinnen und Apotheker Schulungen und Informationen zur genauen Gestaltung von Impfungen. Ob es dafür etwa einen abgeschlossenen Raum geben muss (sehr wahrscheinlich), oder wie groß der sein soll. Pilotprojekte mit Schulungen hat es bereits zur Grippeimpfung gegeben. So wären 2600 Apotheken deutschlandweit startklar. Die knapp 1400 hessischen Apotheken haben am Projekt allerdings nicht teilgenommen.

Noch weiter sind Länder wie Frankreich oder Großbritannien. Dort impfen die Apotheken bereits mit. (George Grodensky)

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