Versorgung

Hilfe nach Vergewaltigung wird unterstützt

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Das Hessische Sozialministerium bezuschusst Untersuchungen ab sofort mit 200 Euro. Die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt freut es.

Das Hessische Sozialministerium bezuschusst ab sofort Untersuchungen nach Vergewaltigung ohne vorausgegangene Strafanzeige mit einer Fallpauschale von 200 Euro. Unterstützt werden Kliniken, die dem Versorgungsverbund „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ angeschlossen sind. Damit könne der Versorgungsverbund, der unter anderem von der Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt und der Stadt Frankfurt ins Leben gerufen wurde, eine wichtige Finanzlücke verkleinern, teilt die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt mit.

Die angeschlossenen Kliniken litten unter „massivem Kostendruck“ und hätten Probleme, die umfassenden Leistungen bei der Untersuchung und Beweissicherung nach einer Vergewaltigung zu stemmen. Bisher konnte lediglich eine Notfallpauschale von rund 25 Euro abgerechnet werden.

Seit dem Start 2013 konnten nach Angaben der Beratungsstelle hessenweit bis Dezember 2019 468 Frauen nach einer Vergewaltigung medizinisch behandelt werden. Allerdings weist allein die polizeiliche Kriminalstatistik Hessen 2019 647 angezeigte Vergewaltigungen aus. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen.

„Umso wichtiger ist die Möglichkeit einer ärztlichen vertraulichen Behandlung nach Vergewaltigung ohne vorausgegangene Strafanzeige, die nun besser finanziell aufgestellt ist“, erläutert Angela Wagner von der Beratungsstelle.

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