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Auch am Frankfurter Hauptbahnhof wird derzeit gebaut - bis 2024 soll die B-Ebene umgestaltet sein.
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Auch am Frankfurter Hauptbahnhof wird derzeit gebaut - bis 2024 soll die B-Ebene umgestaltet sein.

Mobilität

Hessen: Großinvestition in Bahnhöfe

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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In den kommenden Jahren sollen 119 Stationen in Hessen barriere- oder stufenfrei werden. Bund, Bahn und Verkehrsverbünde investieren mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Für etwa eine halbe Million Reisende in Hessen soll das Bahnfahren in den kommenden Jahren attraktiver werden. Der Bund, die Deutsche Bahn, das Land Hessen und die Verkehrsverbünde RMV und NVV investieren zusammen 584 Millionen Euro in die Umgestaltung von hessischen Bahnhöfen.

Genau 199 Bahnhöfe sollen davon profitieren. Sie würden bis 2030 entweder stufenfrei oder barrierefrei sein, teilten Vertreter der Bahn, des Landes Hessen und der beiden Verkehrsverbünde am Freitag im Frankfurter Hauptbahnhof mit. Gemeinsam unterschrieben sie das neue „Bahnhofsmodernisierungsprogramm Hessen“. Es ist ein Nachfolgeprojekt des 258-Millionen-Euro-Programms zur Bahnhofsmodernisierung von 2011.

Bis 2030 sollen durch das neue Programm 90 Prozent der 499 Bahnhöfe in Hessen stufenfrei erreichbar sein, kündigten Bahnvorstand Ronald Pofalla, der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat, und der Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV), Steffen Müller, gemeinsam an.

Stufenfrei heißt, dass der Zugang zu den Bahnhöfen über Aufzüge oder Rampen möglich ist. Zur Barrierefreiheit zählt darüber hinaus, dass alle Bahnsteige über eine Bahnsteighöhe von mindestens 55 Zentimeter verfügen, die Bahnsteige mit Anzeigetafeln, Lautsprechern, einer taktilen Wegeleitung und Automatiktüren in der Empfangshalle ausgestattet sind.

Etwa ein Viertel der Bahnhöfe in Hessen sollen bis 2030 durch die Millioneninvestition barrierefrei werden. Durch die Barrierefreiheit soll neben dem Erreichen des Zugs auch die Reiseplanung und der Ticketkauf problemlos möglich sein für Menschen im Rollstuhl, mit Geh-, Seh- oder Hörbehinderung, für Gehörlose und Blinde, für Familien mit Kindern oder mit Kinderwagen.

In Frankfurt profitiert unter anderem der Ostbahnhof von dem Investitionsprogramm. Hier baut die Bahn einen neuen Aufzug. Darüber hinaus fließen Mittel in den Lokalbahnhof, den Süd- und Westbahnhof, die Ostendstraße, die Bahnhöfe Griesheim, Höchst und Höchst-Farbwerke. Am Bahnhof Hattersheim bringt die DB die Bahnsteige auf eine Einstiegshöhe zur S-Bahn und baut einen Zugang mit einer Brücke.

In Kassel-Harleshausen entstehen eine Rampe und ein Aufzug zum Bahnsteig; der Tunnel für Fußgängerinnen und Fußgänger wird neu gebaut und der Mittelbahnsteig auf eine neue Bahnsteighöhe gebracht. In Kronberg saniert die Bahn das Bahnsteigdach denkmalgerecht. In Oberbrechen werden zwei Wetterschutzhäuser gebaut, der Tunnel für Menschen zu Fuß wird modernisiert, eine neue Beleuchtung installiert.

Von den 584 Millionen Euro zahlt der Bund den Angaben zufolge 319 Millionen Euro, das Land 183 Millionen Euro, die Verkehrsverbünde 53 Millionen Euro und die Bahn 29 Millionen Euro.

„Jahrzehntelang wurde nur geredet, jetzt wird wirklich gebaut und in Betrieb genommen“, sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Er verwies auf den Schienenausbau nach Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen, den Gleisbau am Homburger Damm nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof, den viergleisigen Ausbau von Frankfurt nach Bad Vilbel und Friedberg, die nordmainische S-Bahn von Frankfurt nach Hanau und die ICE-Strecken von Frankfurt nach Mannheim und Fulda. Im früheren Bahnhofsmodernisierungsprogramm von 2011 hätten die Kommunen den Anteil leisten müssen, den nun das Land übernehme. Das habe sich als „Hemmschuh“ erwiesen, sagte Al-Wazir. „Unser Anteil ist der Garant dafür, dass wir mit der Verkehrswende wirklich vorankommen.

Bahnvorstand Rainer Pofalla wies darauf hin, dass vor allem die kleinen und mittleren Bahnhöfe in Hessen profitierten. Die Mittel für die Großprojekte unter anderem am Frankfurter Hauptbahnhof oder für den viergleisigen Ausbau nach Bad Vilbel stünden aus anderen Töpfen bereit.

Im ländlichen Raum komme die Investition unter anderem den Bahnhöfen in Felsberg-Altenbrunslar, Guxhagen, Melsungen-Süd, Rotenburg an der Fulda, Bad Sooden-Allendorf, Melsungen-Schwarzenberg zugute, außerdem Bad Hersfeld, Grebenstein und Malsfeld, sagte NVV-Geschäftsführer Steffen Müller.

Im RMV-Gebiet fließen Mittel etwa in Bahnhöfe in Hanau-Nord, Wiesbaden, Friedrichsdorf, Eschborn, Eltville, Kelsterbach.

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