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Hessen: Für mehr Ladesäulen in Tiefgaragen

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Von: Florian Leclerc

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Lademöglichkeiten in der Tiefgarage.
Lademöglichkeiten in der Tiefgarage. rolf oeser © Oeser

Der Verband der Immobilienverwalter in Hessen regt ein stärkeres Engagement des Landes an, damit Eigentümerinnen und Eigentümer stärker auf Elektromobilität setzen.

Im Prozessionsweg im Stadtteil Riedberg haben sich die Wohnungseigentümer in drei Häusern dazu entschieden, in den gemeinsam genutzten Tiefgaragen alle Stellplätze mit Wallboxen zum Laden von Elektrofahrzeugen ausstatten zu lassen.

Von der Idee zum mehrheitlich gefassten Beschluss der Eigentümerversammlung und dem Projektmanagement bis zur Umsetzung sei etwa ein Jahr vergangen, sagte ein Mitarbeiter der Hausverwaltung. Die Kosten lagen bei etwa 100 000 Euro für 40 Stellplätze – das entspricht rund 2500 Euro pro Haushalt.

Dies sei ein Musterbeispiel dafür, wie Elektromobilität vorangetrieben werden könne, sagte der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir (Grüne), bei einem Besuch mit der Allianz für Wohnen. In der Allianz sind mehr als 20 Institutionen und Interessenverbände zusammengeschlossen. „Das Henne-Ei-Problem ist gelöst“, sagte Al-Wazir. Zuletzt gab es rund eine Million Hybridfahrzeuge in Deutschland und zusätzlich etwa 680 000 rein elektrische Fahrzeuge. Die Nachfrage nach ausreichender Ladeinfrastruktur sei vorhanden.

Immobilienverwalter wollen staatliche Förderung

Der Verband der Immobilienverwalter in Hessen, der Teil der Allianz ist, rief das Land dazu auf, die Investitionen in die Ladeinfrastruktur sowie in Sanierung von Eigentumswohnungen stärker zu unterstützen. „Wir wollen zum beschleunigten Ausbau der Ladeinfrastruktur beitragen“, sagte der Verbandsvorstandsvorsitzende Werner Merkel. Die Eigentümerinnen und Eigentümer bräuchten angesichts steigender Preise etwa für Energie staatliche Hilfe beim Ausbau der Infrastruktur.

Nötig sei eine hessische Förderung für den Ausbau der Gebäude-Infrastruktur, bei der Ertüchtigung des Brandschutzes in Tiefgaragen, eine Beteiligung an den Netzanschlusskosten an Straßen, eine Vereinfachung der Eigenstromnutzung sowie eine verlässliche Förderkulisse seitens des Bundes.

Der Verband vertritt in Hessen 320 Immobilienverwalter; deutschlandweit sind es 3600 Immobilienverwalter mit 7,6 Millionen Wohnungen.

Das hessische Wirtschaftsministerium legte Wert auf die vorhandenen Förderprojekte. So fördere der Bund die Anschaffung von Elektroautos und Hybriden sowie die zugänglichen und private Ladesäulen beziehungsweise Wallboxen.

Das Land fördere wiederum unter anderem Unternehmen, die auf ihren Firmenparkplätzen Ladeinfrastruktur für die Beschäftigten sowie Kundinnen und Kunden errichten wollten. Im vorigen Jahr habe das Land 1405 Normal- und 125 Schnellladepunkte mit 4,8 Millionen Euro gefördert, sagte Sprecher Wolfgang Harms. Insgesamt seien seit 2017 etwa 12,4 Millionen Euro Landesmittel in den Ausbau der Ladeinfrastruktur geflossen. Dafür seien 3763 Normal- und 296 Schnellladepunkte errichtet worden. 860 Ladepunkte seien im ländlichen Raum verteilt worden.

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