Das Graffito unter der Friedensbrücke in Frankfurt erinnert an die im Februar in Hanau von einem Neonazi Ermordeten.
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Das Graffito unter der Friedensbrücke in Frankfurt erinnert an die im Februar in Hanau von einem Neonazi Ermordeten.

Opferberatung

Hessen: Beratungsstelle Response bekommt Unterstützung

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessens Linke lobt die Arbeit für Opfer von Rassismus. Innenminister Beuth soll das Geld des Bundes überweisen, das die Beratungsstelle dringend benötigt.

Eine „Blockadehaltung“ wirft die Beratungsstelle Response dem Hessischen Innenministerium vor. Sie forderte die Behörde auf, „sich klar für Betroffene rechter Gewalt zu positionieren“. Das Ministerium verweigere Response die Soforthilfe, die der Bund für die Beratung von Hinterbliebenen des Anschlags von Hanau gedacht hat. Das gefährde die Arbeit der Beratungsstelle in der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank. Ohne die Freigabe des Geldes für Personal könne der enorme Beratungsbedarf der Betroffenen in Hanau nicht gedeckt werden und auch nicht der anderer Menschen in Hessen, die rechte, rassistische oder antisemitische Gewalt erfahren hätten.

„Nach dem rechtsterroristischen Anschlag von Hanau hieß es in Politik und Öffentlichkeit, man werde für die Hinterbliebenen und weitere betroffene Menschen in Hanau da sein“, sagt Olivia Sarma, die Leiterin von Response. „Wenn diese Worte ernst gemeint waren, muss das Land Hessen sich zu seiner Verantwortung bekennen.“

Es geht um 50 000 Euro, die das Bundesfamilienministerium Response im März zugesagt hat. Wie die Frankfurter Rundschau am Montag berichtete, hat der Bund das Geld ans Land überwiesen. Hessens Innenministerium ist der Auffassung, dass es nicht für Personalkosten, sondern nur für Sachkosten genutzt werden kann. Response widerspricht: Die mobile Opferberatung in Sachsen-Anhalt habe das beim selben Termin zugesagte Geld für Opfer des Terroranschlags in Halle für zusätzliche Personalkosten nutzen dürfen.

Kritik äußerte am Montag die Fraktionschefin der hessischen Linken als Reaktion auf den FR-Bericht. „Response leistet wichtige Arbeit, gerade aktuell in Hanau, um die Familien der Opfer der rassistischen Morde zu unterstützen“, sagte Janine Wissler. Sie forderte Innenminister Peter Beuth (CDU) auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. „Wenn es stimmt, dass das CDU-geführte Innenministerium Fördermittel des Bundes blockiert und inhaltlich Einfluss auf die Arbeit nimmt, ist das nicht hinnehmbar.“

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