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Für Feldhamster hat Frankfurt eine besondere Verantwortung.
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Für Feldhamster hat Frankfurt eine besondere Verantwortung.

Stadtnatur

Hessen: 27 Hamster als Hoffnungsträger

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Das Frankfurter Umweltnetzwerk widmet den Nagern seine sogenannte Biozahl in diesem Jahr. Die 27 soll Hoffnung machen.

Seit 2006 benennt das Umweltnetzwerk „BioFrankfurt“ jährlich eine sogenannte Biozahl, um auf Probleme hinzuweisen oder ein Thema ins öffentliche Bewusstsein zu holen. In diesem Jahr lautet die Biozahl: 27.

So viele Feldhamster sind 2021 in Hessen ausgewildert worden. 27 Hoffnungsträger, die helfen sollen, den Bestand dieser Nager wieder zu stärken. Es gibt republikweit laut Schätzungen nur noch höchstens 50 000 von ihnen. Der Feldhamster ist stark vom Aussterben bedroht.

Woher kommen die 27 Aufrechten? Sie sind Mitglieder des Zuchtprogramms im Kronberger Opel-Zoo, das seit drei Jahren der Population auf die Sprünge helfen soll.

Auswildern heißt in diesem Fall nicht: Kiste irgendwo hinstellen, Deckel auf und schnell wegrennen, bevor einen das Raubtier erwischt, sondern: Auf zwei Flächen in Hessen haben die Freunde des Hamsters verschiedene Getreide, Luzerne, Erd- und Himbeeren, Kürbisse und Sonnenblumen in Randstreifen gepflanzt. Sie bieten Deckung für die Tiere und Nahrung, auch für das Anlegen des Wintervorrats.

Nicht alle Menschen sind so nett zum Feldhamster. Einige jagten ihn von ihren Äckern, andere bauten Häuser in seinen Lebensraum und waren sauer auf ihn, wenn er Projekte verzögerte. Aber so ein Hamster muss ja auch erst mal eine neue Wohnung finden, wenn man ihn vertreibt.

Die zwei Frankfurter Feldhamsterpopulationen seien ein wichtiger Teil der hessischen und auch der deutschen Population, erinnert das Netzwerk. „Der Feldhamster zählt damit zu den 59 Arten, für deren Erhalt die Stadt Frankfurt am Main eine ganz besondere Verantwortung trägt.“ So steht es auch im Arten- und Biotopschutzkonzept der Stadt.

Weil er bei all den Problemen aber immer seltener wird, stärken seine Freunde ihm den Rücken. „Ohne Programme zur Nachzucht wäre das nicht möglich“, sagt Jörg Jebram, Kurator des Opel-Zoos Kronberg und verantwortlich für die dortige Zuchtstation. In diesem Jahr kamen dort mehr als 50 kleine Feldhamster zur Welt – genug, um auch im kommenden Jahr einige auszuwildern.

Damit sei es aber nicht getan, sagt Jebram. „Um dem Feldhamster ein dauerhaftes Überleben zu ermöglichen, muss natürlich auch sein Lebensraum geschützt werden.“ Da seien etwa Landwirte gefragt, Erntestreifen stehenzulassen und auf Pestizide zu verzichten. Aber nicht konfrontativ, wirbt Peter Dommermuth, der Leiter des Frankfurter Umweltamts und Vorsitzender von „BioFrankfurt“: „In Bezug auf den Feldhamster ist es sehr wichtig, nicht etwa den Landwirten die Verantwortung für die Situation zu geben, sondern stattdessen den Dialog zu suchen und Anreize zu schaffen, die sich am Ende für alle auszahlen.“

Und Pia Ditscher, die Leiterin der „BioFrankfurt“-Geschäftsstelle, ergänzt: „Der Feldhamster ist ein Indikator dafür, wie nachhaltig wir generell mit unseren Äckern und Feldern umgehen, denn: Wo er leben kann, ist auch mehr Raum für andere Naturbewohner.“

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