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Oberärztin Claudia Walther (r.) und MTA Anne Wormsbächer (M.) bereiten im Katheterlabor des neuen Universitären Herzzentrums Frankfurt (UHF) die Steuereinheit für eine kathetergestützte Mitralklappenreparatur bei einem Patienten vor.

Herzzentrum in Frankfurt

Herzpatienten gemeinsam helfen

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Das neue Frankfurter Herzzentrum will mehrere medizinische Disziplinen bündeln, um den Patienten in allen Lebenslagen helfen zu können. Eine eigene Intensivstation ist in Planung.

Der Patient liegt narkotisiert auf dem OP-Tisch. Um ihn herum stehen sechs Ärzte und Assistenten und bereiten alles vor, um dem Mann einen Mitral-Clip zu verpassen. Dieser soll die undichte Herzklappe des Patienten zusammenhalten. Der Eingriff ist minimal invasiv und kann ohne große Operation im Herzkatheterlabor des Universitätsklinikums durchgeführt werden. Das Zusammenspiel der einzelnen Personen, die aus unterschiedlichen Disziplinen der Medizin kommen, ist ein gutes Beispiel für die zukünftige Arbeit des neuen Universitären Herzzentrums Frankfurt (UHF).

„Behandlungen am Herzen sind im Vergleich zu früher komplexer geworden“, sagt Andreas Zeiher, Direktor der Medizinischen Klinik für Kardiologie, Angiologie und Nephrologie. Seit mehr als zehn Jahren hat sich Zeiher ein Herzzentrum in der Stadt gewünscht, um den steigenden Ansprüchen und Anforderungen gerecht zu werden. Nun ist der Traum wahr geworden und das Zentrum ermöglicht eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie. Neben diesen drei großen Bereichen werden beispielsweise auch die Radiologie, Neurologie, Pädiatrie und Pneumologie im Zentrum verzahnt.

Wo früher Kardiologe und Herzchirurg einzeln konsultiert wurden, gibt es nun eine gemeinsame Sprechstunde, wo beide Disziplinen dabei sind. In gemeinsamen Gesprächen wird dann nach der für den Patienten besten Lösung gesucht. „Wir rücken dadurch noch enger zusammen und erhöhen dadurch auch unsere Kompetenz“, sagt Thomas Walther, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie.

Als weiteren wichtigen Aspekt des Herzzentrums sieht der ärztliche Direktor des Uniklinikums, Jürgen Graf, den Austausch zwischen Wissenschaft und der klinischen Praxis. Die Lehre kann sich mit echten Problemfällen beschäftigen und nach neuen Möglichkeiten der Behandlung forschen, die im besten Fall dann auch in die Praxis übernommen werden können.

Die Bündelung aller Expertisen im Frankfurter Herzzentrum soll letztendlich dem Patienten zu Gute kommen. Bei einer Betreuung über dessen gesamte Lebensspanne geht bei der interdisziplinären Zusammenarbeit kein wichtiges Behandlungswissen verloren.

Auch räumlich soll das Herzzentrum in den kommenden Jahren einen gemeinsamen Ort bekommen. Wenn die Bauarbeiten auf dem Gelände abgeschlossen sind, soll beispielsweise eine Intensivstation im neugeschaffenen Gebäudekomplex eingerichtet werden. Ein gemeinsames Budget soll die Verzahnung weiter verdeutlichen.

Trotz aller Bündelung ist für das Uniklinikum auch die Region wichtig. „Die niedergelassenen Kollegen sind in der Regel für die Vor- und Nachbehandlung zuständig“, sagt Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Dies soll auch zukünftig so bleiben und setzt eine intensive Vernetzung voraus.

Das Herzzentrum rechnet mit mehr als 4000 stationären Patienten und fünfmal so vielen ambulanten.

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