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Ein Herz kann man nicht reparieren. Aber verzieren. Manuela Gerlach bei eine Operation am offenen Lebkuchenherzen.

Weihnachtsmarkt

Ein Herz für Hausmeister

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Auf dem Weihnachtsmarkt lassen sich Geschenke für die ganze Familie kaufen.

Klar, man kann auf den Weihnachtsmarkt gehen und Glühwein trinken. Und einen Nierenspieß essen. Ist ja eine feine Sache. Aber man kann auf dem Weihnachtsmarkt auch Shoppen gehen. Frankfurt ist zwar ohnehin die Metropole der kurzen Wege, doch auf dem Weihnachtsmarkt lässt sich der Geschenkekauf quasi mit ein paar Schritten erledigen: Zwischen Römer und Hauptwache kann eigentlich ein Geschenk für jedes Familienmitglied gefunden werden. Oma, Opa, Mama, Papa, Freunde, Kinder – und sogar für Haustiere ist was dabei. 

Da gibt es etwa den Stand von „Leder Braun“ aus Offenbach auf dem Paulsplatz. Gürtel in allen Farben und Größen hängen dort, die passende Schnalle kann selbst gewählt werden. Totenköpfe oder Schlangen, Schildkröten oder Motorroller etwa. 500 Kombinationen seien möglich, um sich seinen Gürtel zusammenzustellen, sagt Inhaber Tobias Braun. Eine Vorliebe für eine Variante gibt es bei den Kunden nicht. „Bei dem internationalen Publikum macht es das breite Angebot aus, den Geschmack abzudecken.“ Heißt: Es ist für jeden was dabei. Ab 25 Euro ist ein Gürtel drin. 

Für den Frankfurt-Fan ist der Stand der Tourismus und Congress GmbH unter dem Weihnachtsbaum eine Anlaufstelle. Frankfurt-Mütze, Kuschel-Bembel, Frankfurt-Monopoly, Mispelchen im Glas – alles eben, was jemand braucht, der diese Stadt gerne hat. Für 750.000 Menschen müsste da ein Geschenk zu finden sein. Theoretisch. Praktisch natürlich für noch viel mehr Leute. Kommen ja noch die hinzu, die weggezogen sind und sich nach ihrer Heimatstadt sehnen.

Wer an den Weihnachtsmarkt denkt, der hat oft Bilder von gebrannten Mandeln und Bratwurst im Kopf. Gefühlt besteht der Markt vor allem aus Ständen zur Verpflegung. Ist aber nicht so. Die Hälfte bietet Weihnachtsdeko und Geschenkartikel an. Hausschuhe aus Lammfell für Menschen mit immer kalten Füßen gibt es bei Stephan Schmid auf der Neuen Kräme. Handkäs-Töpfe und Keramik-Häuser bei der Töpferei Seifert an der Paulskirche. Und bei Weikert finden sich Lederhandschuhe für Autofahrer, die einen besseren Halt am Lenkrad haben wollen. Auch für Kinder ist was dabei: Die Holzschnitzerei Bachmann auf dem Paulsplatz hat eine Kinderkrippe. Große robuste Figuren von Maria, Josef und dem Jesuskind (79 Euro), Ochse und Esel, den Heiligen Drei Königen. „Mit denen kann man richtig spielen, die sind nicht so empfindlich“, sagt Johannes Bachmann. 

Jetzt müsste für jedes Familienmitglied eigentlich was gefunden sein. Doch halt, Waldi soll ja auch was bekommen. Kein Problem, an der Hauptwache gibt es die Bude von Steven Goltz: eine Hundebäckerei. Leckerlis in Form von Weihnachtsmännern und Sternschnuppen, Brezeln und Tannenbäumen sind in der Auslage drapiert. Alles selbst gebacken. Ohne Salz und Zucker. In einem Leckerli ist mal Spinat, im anderen Rote Bete – und nicht nur die Hunde dürfen mal kosten. „Die Besitzer probieren auch gerne, damit sie wissen, wie es schmeckt“, sagt Goltz. 

Ein Geschenk zum Mitbringen ist ein Lebkuchenherz. Individualisieren lässt es sich bei „Handbeschriftete Lebkuchen“ auf dem Paulsplatz. In einer Schreibstube verziert eine Mitarbeiterin Lebkuchenherzen. „Hausmeister“ schreibt sie gerade mit Zuckerguss drauf und malt Eimer und Besen dazu. „Man merkt, dass Weihnachten eine besinnliche Zeit ist und alle versuchen, Nettigkeiten auszutauschen“, sagt Inhaberin Stephanie Ernst. Da bekommt der Hausmeister ein Herz, der Nachbar eine liebe Botschaft. Ab 7,50 Euro kann man ein Herz beschriften lassen. Nach anderthalb Stunden ist es fertig. Die Wartezeit kann man ja dann bei Glühwein und Nierenspieß verbringen. 

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